Zur Internationalen Tourismusbörse in Berlin vermeldet die Eifel ein Plus bei Gästen und Übernachtungen. Es gibt aber auch Bereiche, die Sorgen bereiten.
Tourismusmesse ITB BerlinDie Eifel glänzt mit Leuchtturmprojekten aus dem Süden

Ein neuer Klettersteig wird in diesem Frühjahr im rheinland-pfälzischen Neuerburg eröffnet. Dort sind Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden geplant, die das Angebot auch für Anfänger und Familien attraktiv machen.
Copyright: Eifel Tourismus GmbH
Nachdem die Touristiker aus dem Kreis Euskirchen bereits in der vergangenen Woche gute Zahlen für das abgelaufene Tourismusjahr präsentiert hatten, konnten die Verantwortlichen der eifelweit tätigen Eifel Tourismus GmbH (ET) jetzt anlässlich der gerade in Berlin stattfindenden Internationalen Tourismusbörse (ITB) nachziehen. „Der Trend ist klar“, berichtet ET-Geschäftsführer Wolfgang Reh erfreut: „Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlen weiter angestiegen.“
Den nordrhein-westfälischen Teil der Eifel (mit der Region Aachen) besuchten demnach zwischen Januar und November genau 1.328.540 Gäste (+ 4,2 Prozent), die zusammen für 3.142.846 Übernachtungen (+ 4,5 Prozent) sorgten. In den rheinland-pfälzischen Teil der Eifel kamen im gleichen Zeitraum 922.538 Besucher (+ 3,8 Prozent), die Übernachtungszahlen stiegen auf 3.152.809 (+ 3,1 Prozent).
„Damit hat die Eifel das Niveau der Vor-Corona-Jahre wieder erreicht und stabilisiert“, betonte Vulkaneifel-Landrätin Julia Gieseking, stellvertretende ET-Aufsichtsratsvorsitzende: „Unsere Region überzeugt mit Natur, Qualität und Authentizität.“ Der Erfolg spiegele sich auch in der Wirtschaftskraft wider, so die Dauner Landrätin weiter: „Laut einer Studie des Münchener Instituts dwif erwirtschaftet der Tourismus in der Eifel jährlich 1,52 Milliarden Euro.“ Dies sei ein eindrucksvoller Beleg für seine Wirtschaftskraft.
In der Südeifel übernachten die Gäste länger als im Norden
Dass die Anzahl der Übernachtungen pro Gast im Süden der Eifel (durchschnittlich 3,4 Tage) höher ausfällt als im Norden (2,2 Tage), hat durchaus einen Grund: In der Nähe von Kelberg im Landkreis Vulkaneifel betreibt der Anbieter Center Parcs den größten Bungalowpark des Landes Rheinland-Pfalz. Gut 15 Millionen Euro wurden dort allein im vergangenen Jahr in neue VIP-Ferienhäuser investiert, berichtete Gieseking.

Den Eifel-Stand auf der ITB in Berlin besuchte am Dienstag auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (v.r.), hier mit ET-Geschäftsführer Wolfgang Reh und Aufsichtsratschef Markus Ramers.
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Und auch in der Nähe des Kurörtchens Bad Bertrich (Landkreis Cochem-Zell) tut sich etwas: Dort soll ein neuer Ferienpark mit rund 300 Ferienhäusern und einer Kapazität von 1850 neuen Betten entstehen. „Bei einer angestrebten Auslastung von 65 Prozent könnte allein dieser Park für weitere 250.000 bis 300.000 Übernachtungen jährlich sorgen“, unterstrich Landrätin Anke Beilstein die Bedeutung dieses neuen Angebots: „Das ist auch ein enormes Potenzial für Beschäftigte in der Region.“
Doch es gibt auch Bereiche, die den Tourismus-Verantwortlichen dies- und jenseits der Landesgrenze Sorgen bereiten. Zum Beispiel die Entwicklung bei den Tagesgästen: Wurden im Vor-Corona-Jahr 2019 noch mehr als 33 Millionen Tagesgäste in der gesamten Eifel gezählt, ging die Zahl bis 2024 auf 29 Millionen zurück – ein Minus von 12,4 Prozent. „Die Gäste sind preissensibler geworden“, nennt ET-Chef Wolfgang Reh einen möglichen Grund. Auch ein weiteres „Sorgenkind“ könnte durchaus seinen Teil zu diesem Rückgang beigetragen haben: das gastronomische Angebot in der Region.
Fachkräftemangel in der Gastronomie hat Folgen für den Tourismus
„Aus einer Gästebefragung des dwif-Instituts zur Zufriedenheit der Besucher wissen wir, dass das gastronomische Angebot in Teilen durchaus als verbesserungswürdig angesehen wird“, bestätigt der Euskirchener Landrat Markus Ramers, derzeitiger Aufsichtsratsvorsitzender der ET: „Kritik gibt es zum Beispiel immer wieder an den Öffnungszeiten.“
Alle haben Probleme, Personal zu finden. Ich kann zwar kochen, aber das wird niemandem helfen.
Doch in Zeiten des Fachkräftemangels sei es nachvollziehbar, dass die Wirte mit mehr Ruhetagen auf diesen Engpass reagierten. „Alle haben Probleme, Personal zu finden. Das sind herausfordernde Rahmenbedingungen für die Gastronomie“, so Ramers: „Ich kann zwar kochen, aber das wird niemandem helfen.“
In diesem Zusammenhang werde deutlich, wie wichtig es sei, in die Qualifizierung von Mitarbeitenden zu investieren, so Ramers: „Das Thema Ausbildung wollen wir mit einer Beratungsoffensive stärken, Fachpraktika können ebenfalls den Weg zu einer Tätigkeit im Gastgewerbe ebnen.“ Als Sofortmaßnahme könnten Lücken im Angebot mit alternativen Versorgungskonzepten geschlossen werden – zum Beispiel durch das Aufstellen von Lebensmittel-Automaten.
In der rheinland-pfälzischen Eifel entsteht ein zweiter Klettersteig
Keinen Grund zur Klage gibt es für die Touristen aus dem In- und Ausland, die die Eifel besuchen, beim Naturerlebnis – auch das ist ein Ergebnis aus der Online-Gästebefragung, an der rund 2500 Touristen teilnahmen. „Die Eifel wird eindeutig als Natur- und Wanderregion wahrgenommen – das ist unsere Stärke“, so der Wittlicher Bürgermeister Manuel Follmann im Rahmen der etwas südeifellastig besetzten ITB-Pressekonferenz.
Landrat Markus Ramers als einziger Teilnehmer aus der NRW-Eifel dürfte daher auch bei der Vorstellung eines weiteren Leuchtturmprojekts aus dem Süden die Ohren gespitzt haben: Nach der positiven Resonanz auf die Eröffnung eines anspruchsvollen Klettersteigs in Manderscheid folgt noch im März die Freigabe eines weiteren Steigs in Neuerburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm).
Dort entstand ein Wander-Klettersteig mit sechs Kletterpassagen an ausgewählten Felspartien in und um Neuerburg, der eindrucksvolle Ausblicke auf Stadt, Burg und Natur eröffnen sollen. Eine 4,5 Kilometer lange Rundroute verbindet die einzelnen Abschnitte und verläuft sowohl durch das historische Städtchen als auch durch angrenzende Waldgebiete.
Tourist-Informationen im Kreis Euskirchen erhalten ein Update
„Die Schwierigkeitsgrade reichen von leichten bis zu anspruchsvolleren Abschnitten. Das ist super für Familien mit Kindern oder Gruppen, in denen nicht alle klettern wollen oder können, denn die Kletterpassagen können auch umwandert werden“, sagte Bürgermeisterin Anna-Carina Krebs, die den Weg schon ausprobiert hat.
Im Kreis Euskirchen steht in diesem Jahr auch noch eine Neuerung an: Bis zum Jahresende sollen die Tourist-Informationen umgestaltet werden. Ziel sei die zukunftsorientierte Neuausrichtung und Modernisierung der touristischen Anlaufstellen in der Region – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.

