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Rekordsaison 2025Urlaub im Kreis Euskirchen ist so beliebt wie nie zuvor

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Die Jugendherberge Gemünd Vogelsang in Gemünd (Drohnenaufnahme).

Die moderne Jugendherberge in Gemünd ist gut ausgelastet, kann aber kein klassisches Vier-Sterne-Hotel ersetzen. Im Umfeld des Nationalparks Eifel fehlen seit der Flut immer noch hochwertige Unterkunftsmöglichkeiten.

Im Kreis Euskirchen wurden 2025 rund 939.000 Übernachtungen gezählt. Der Zuwachs bei den Gästezahlen lag in der Nordeifel über dem NRW-Durchschnitt.

Der Urlaub in heimischen Gefilden ist beliebter denn je: Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes haben 2025 rund 25 Millionen Menschen in Beherbergungsbetrieben und auf Campingplätzen in NRW übernachtet – ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlich positiver fällt die Bilanz im Kreis Euskirchen aus: Hier lag der Zuwachs sogar bei 6,8 Prozent.

Konkret heißt das: In den Beherbergungsbetrieben im Kreis Euskirchen wurden im abgelaufenen Jahr 319.918 Gäste gezählt, die zusammen 939.023 Mal übernachteten (+5,8 Prozent) – ein neuer Höchstwert für den Kreis Euskirchen. „Die tatsächlichen Zahlen liegen jeweils noch deutlich darüber“, berichtet Patrick Schmidder, Geschäftsführer der Nordeifel Tourismus GmbH (NET): „In die offizielle Statistik fließen nämlich nur die Zahlen der Hotels mit mehr als zehn Betten und von Campingplätzen mit mehr als zehn Stellplätzen ein.“

Gäste in Ferienhäusern werden in der Statistik nicht erfasst

Man habe aber auch von den Anbietern von Ferienhäusern und Ferienwohnungen die Rückmeldung erhalten, dass es im Jahr 2025 eine hohe Nachfrage gegeben habe. Mit den Zahlen ist Schmidder deshalb insgesamt hochzufrieden: „Die Entwicklung war schon im Vorjahr sehr positiv – jetzt können wir sagen, dass wir die Rückschläge, die es durch Corona und die Flut gab, aufgeholt haben.“

Es gibt immer noch Lücken im Angebot, weshalb wir große Erwartungen an das Hotelprojekt in Vogelsang haben.
Patrick Schmidder, Geschäftsführer der Nordeifel Tourismus GmbH (NET)

Zum guten Ergebnis habe auch beigetragen, dass einige Anbieter, die flutbedingt pausieren mussten, inzwischen wieder aktiv sind oder ihre Häuser an Nachfolger übergeben haben. Die Zahl der Beherbergungsbetriebe stieg von 131 im Vorjahr auf 136, die der geöffneten Betriebe legte von 116 auf 129 zu. „In diesem Zusammenhang gibt es insbesondere für Schleiden und Gemünd aber auch noch Defizite“, erinnert Schmidder: „Häuser wie das Hotel Eifelkern in Schleiden oder das Hotel Friedrichs in Gemünd fehlen nach wie vor.“

Auf einem Campingplatz stehen mehrere Wohnwagen mit Vorzelten.

Naturnahe Campingangebote in der Nordeifel sind bei Gästen aus dem In- und Ausland beliebt.

Die Jugendherberge in Gemünd habe mit ihren gut ausgestatteten Zimmern einiges auffangen können. „Trotzdem gibt es da immer noch Lücken im Angebot, weshalb wir große Erwartungen an das Hotelprojekt in Vogelsang haben“, so der NET-Geschäftsführer. Wann das dort geplante Vier-Sterne-Business-und-Ferienhotel mit 134 Zimmern, einem Innen- und Außen-Spa-Bereich sowie Konferenzmöglichkeiten an den Start gehen könnte, steht allerdings noch nicht fest. Immerhin wurde nach etlichen Verzögerungen in der Planungsphase im vergangenen Sommer ein Bauantrag für das 30-Millionen-Euro-Projekt beim Kreis Euskirchen gestellt.

Die Zahlen aus Hellenthal stechen unter den guten Ergebnissen hervor

Doch auch ohne die bis zu 400 möglichen Betten in Vogelsang lief es 2025 gut für die Betriebe im Kreis Euskirchen. Die Zahlen des bisherigen Rekordjahrs 2019 wurden 2025 in fast allen Kommunen übertroffen, wobei eine Gemeinde noch einmal deutlich hervorsticht: In Hellenthal stieg die Zahl der Gäste innerhalb eines Jahres um 41 Prozent, von 28.242 auf 39.831.

Julia Schößler von der Tourist-Information in Hellenthal kann das Plus bei den Gästen und Übernachtungen (hier lag der Zuwachs gegenüber 2024 sogar bei 47,5 Prozent) noch etwas weiter aufschlüsseln: „Mindestens die Hälfte des Wachstums ist auf die Campingplätze und Wohnmobilstandorte im Hellenthaler Gemeindegebiet zurückzuführen.“

Die Qualität unserer Angebote muss mit den Erwartungen der Gäste Schritt halten.
Patrick Schmidder, Geschäftsführer NET

Dabei mache sich nicht nur der allgemeine Trend zum Campingurlaub bemerkbar, sondern auch die Tatsache, dass zum Beispiel der Campingplatz Wildbach die Belegung mit Dauercampern komplett zurückgefahren habe. Dadurch habe sich die Kapazität für die touristische Belegung auf dem Platz am Prethbach noch einmal deutlich erhöht, so Schößler. Außerdem werden Dauercamper in der Übernachtungsstatistik nicht erfasst.

Die Zahl der ausländischen Gäste im Kreis Euskirchen stieg noch stärker an

Der Urlaub in der Eifel bleibt nach wie vor auch bei den internationalen Gästen beliebt: Die Zahl der ausländischen Gäste (+9,3 Prozent) im Kreis Euskirchen stieg 2025 prozentual sogar stärker als die Zahl der inländischen Besucher (+6,4 Prozent). „Hauptherkunftsländer bleiben Belgien und die Niederlande“, berichtet Schmidder. In der NET-Tourismuswerkstatt habe es daher auch im abgelaufenen Jahr wieder einen Niederländisch-Sprachkurs für Mitarbeitende aus dem Gastgewerbe gegeben.

Für den Eifel-Boom – auch die benachbarten Eifel-Regionen verzeichneten im abgelaufenen Jahr ein Plus bei Gästen und Übernachtungen – macht Schmidder neben der Attraktivität der Angebote auch die allgemeine Preisentwicklung im Tourismus verantwortlich: „Urlaubsreisen sind teurer geworden. Deshalb haben auch unsere Anbieter Preiskorrekturen nach oben vorgenommen – aber nicht in dem Maße, wie sich gleichzeitig Flug- oder Pauschalreisen verteuert haben“, so der Tourismus-Fachmann: „Und schauen Sie sich mal an, was man inzwischen auch in der Nebensaison für eine Ferienwohnung in Holland zahlen muss. Im Vergleich dazu ist ein Urlaub in der Nordeifel preiswert.“

Allerdings bringen die Eifel-Gäste nicht nur Geld, sondern auch hohe Ansprüche mit nach Bad Münstereifel, Schleiden oder Blankenheim. „Die Qualität unserer Angebote muss mit den Erwartungen der Gäste Schritt halten“, fordert Schmidder. Wichtig sei, dass es auch in der Gastronomie stetig gute und neue Angebote für die Gäste gebe – die ja auch den Einheimischen zugutekämen. „Die aktuellen Gästezahlen sehe ich dabei als gutes Signal für Investoren“, sagt Schmidder. Er verweist Unternehmensgründer auf die Zuschussprogramme des Landes NRW und die Förderberatung beim Kreis Euskirchen: „Es lohnt sich, in qualitativ hochwertige Gastro-Angebote zu investieren.“


Gäste wollen in der Nordeifel vor allem wandern und radfahren

Was Sehenswürdigkeiten und Aktiv-Angebote für Urlauber angehe, sei man im Kreis Euskirchen sowie in der ganzen Eifel gut aufgestellt, sagt NET-Geschäftsführer Patrick Schmidder selbstbewusst: „Viele Gäste sagen, dass sie gar nicht alles geschafft haben, was sie sich eigentlich alles anschauen wollten.“ Das sei aber gut für die Wiederbesuchs-Quote.

Die Themen Wandern und Radfahren seien bei den Gästen aus dem In- und Ausland gleichermaßen beliebt. „Die Routen und Wege attraktiv zu halten, ist daher eine wichtige Aufgabe“, betont Schmidder. Da passe es nur zu gut, dass im Bereich der Stadt Schleiden in diesem Frühjahr zehn neue Eifel-Schleifen zum Wanderwegenetz der Nordeifel hinzukämen.

Einen Klettersteig, wie es ihn etwa im rheinland-pfälzischen Eifelstädtchen Manderscheid gibt, würde er sich auch für die Nordeifel wünschen, sagt Schmidder. „Leider haben wir da keine Möglichkeiten im Kreis Euskirchen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Kollegen in der Rureifel ein solches Projekt verwirklichen könnten“, so der NET-Geschäftsführer.