Denkmalschutz in WachendorfStiftung steckt 100.000 Euro in Restaurierung von Schloss Wachendorf

Wolf Werth (r.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Dr. Ulrich Müller von Blumencron montierten die Tafel, die auf die Förderung durch der Stiftung hinweist.
Copyright: Tim Nolden Lizenz
Mechernich-Wachendorf – 100.000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zur Restaurierung von Schloss Wachendorf beigesteuert. „Insgesamt haben die Arbeiten deutlich mehr als eine halbe Million Euro gekostet“, berichtete Hausherr Dr. Ulrich Müller von Blumencron. Mit dem Betrag wurden die Fassade und das Dach des Schlosses auf Vordermann gebracht.
Die Schieferdeckung, die aus dem Jahr 1880 stammte, war mittlerweile marode. Um sie erneuern zu können, benötigte Müller von Blumencron die Hilfe von Spezialisten. „Es gibt nur noch drei bis vier Firmen, die das handwerklich überhaupt können“, so der Schlossbesitzer. Die Kapazitäten für den großen Auftrag hatte schließlich eine Firma aus München. Die Förderung der DSD war speziell für das Dach bestimmt. Neben der Schieferdeckung mussten auch die Dachentwässerung, Anschlüsse und die Metallkonstruktionen erneuert werden. Zudem waren Kamineinfassungen brüchig geworden und im Bereich der Mörteleinfassungen undicht.
Kritik an der Politik
„Der Erhalt solcher Baudenkmäler wird immer schwieriger“, erläuterte Wolf Werth, der als DSD-Ortskurator für die Region Euskirchen/Eifel tätig ist. „Die Politik zieht sich aus dem Denkmalschutz komplett zurück“, klagte Werth. Die Finanzierung der Instandhaltung werde auf die Eigentümer und private Stiftungen abgewälzt. Das bestätigte auch Müller von Blumencron. Bei großen Gebäuden wie seinem Schloss, immerhin habe das Bauwerk 60 Räume, schlügen auch die gestiegenen Kosten etwa für die Heizung deutlich stärker zu Buche.
„Das Geld fehlt dann für die Instandhaltung“, so Müller von Blumencron. Die Unterstützung der DSD kam ihm da natürlich gerade Recht. Die Stiftung hatte einen guten Grund, den Erhalt des Schlosses zu fördern. Das Bauwerk aus dem Jahr 1780, das seinerzeit ein Rittersitz war, ist eine der wenigen weitgehend erhalten Schlossbauten im Rheinland.
Zum krönenden Abschluss montierten Werth und Müller von Blumencron am Eingang eine Bronzeplakette, die auf die Förderung der DSD mit Hilfe der Glückspirale hinweist. Die Mittel für ihre Arbeit bekommt die DSD nämlich vor allem durch die Einnahmen aus der Glücksspirale.
Die Restaurierung des Schlosses ist das insgesamt zehnte Projekt des DSD im Kreis. Zuvor waren das Kloster Steinfeld, die Burg Kallmuth, die Weingartener Höfe, die Burg Veynau, die Kleeburg, der Astropeiler am Stockert, die Burg Ringsheim, das Haus Französische Lilie in Bad Münstereifel und der Heidentempel zwischen Nöthen und Pesch gefördert worden. Das nächste Projekt läuft bereits: Die Brigida-Brücke in Kronenburg wird mit Unterstützung der Stiftung restauriert.
