Abo

Eifel-ThermeProzess wird neu aufgerollt

2 min

Es dürfte schwierig für die Stadt Mechernich werden, das in der Eifel-Therme veruntreute Geld von der ehemaligen Betriebsleiterin Marion K. (hier beim Prozess in Euskirchen) oder deren Verwandten zurückzubekommen.

Mechernich – Die frühere Betriebsleiterin der Eifel-Therme Zikkurat (ETZ) in Firmenich muss erneut auf die Anklagebank. Das Strafverfahren gegen Marion K. wird im Bonner Landgericht von vorne aufgerollt.

Die 48-Jährige war am 24. Oktober vom Euskirchener Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Wolfgang Schmitz-Jansen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte 32 Monate gefordert. In diesem Fall hätte die 48-Jährige ins Gefängnis gemusst. Eine mehr als zweijährige Freiheitsstrafe darf nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Euskirchener Urteil Berufung eingelegt, mit dem Ziel, dass das Landgericht K. ins Gefängnis schickt. Christoph Klein, der Verteidiger von Marion K., hat auf Rechtsmittel verzichtet. Das ist mit keinerlei Nachteilen für die Angeklagte verbunden.

Geständnis

Das Landgericht muss sich im Fall eines Schuldspruchs lediglich an die Strafgewalt der ersten Instanz (höchstens vier Jahre) halten, ansonsten ist vom Freispruch bis zu einer Erhöhung des Strafmaßes alles möglich. Marion K. hatte vor dem Schöffengericht zugegeben, durch Manipulation der Abrechnungsunterlagen Eintrittsgelder der ETZ in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Dieses Geständnis war ein entscheidendes Kriterium für das Schöffengericht gewesen, es bei einer Bewährungsstrafe bewenden zu lassen.

K. hatte nicht einmal die von der Stadt Mechernich berechnete Schadenshöhe von 533.000 Euro in Abrede gestellt. Dabei hatte es der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift aus prozessökonomischen Gründen bei Untreue in 342 Fällen mit einem Schaden von 264.000 Euro bewenden lassen.

Mit dem Geld habe sie vor allem Familienmitglieder, Freunde und Verwandte beglückt, sagte K. in Euskirchen aus. Das Vermögen sei restlos weg, sie habe keinen Cent zurückgelegt. Der Staatsanwalt ging indes davon aus, dass K. Gelder beiseite geschafft habe.

Die angeblich mittellose K. hat wieder einen Job und stottert den Schaden mit monatlich 300 Euro bei der Stadt Mechernich ab. Die Chancen der Stadt, in einem Zivilprozess Regress von den gesponserten Verwandten zugesprochen zu bekommen, schätzte Richter Schmitz-Jansen am Dienstag als äußerst gering ein.