Hunderte Kinder der Einrichtungen und Mechernich und Kommern tanzten durch die nassen Straßen. Die Sonne war im Kinderwagen mit dabei.
Kinderzoch in KommernPänz sind pragmatisch: Regen ist auch nur Konfetti vom Himmel

Detailreich war das Kostüm von Josephine aus der 3b. Sie hatte sich nicht nur als Emoji verkleidet, sondern gleich einen ganzen Chatverlauf auf dem Kopf.
Copyright: Julia Reuß
Regen und Kinderzoch – das kennt man in Kommern. „Seitdem der Zug geht, gehen wir mit, und die älteren Kinder sind es gewohnt, dass es schon mal regnet.“ Stefanie Meyer und die 55 kleinen Tiger, Löwen und Leoparden von der Awo-Kita Kommern ließen sich davon nicht die gute Laune verderben. Schließlich ist alles auch immer eine Frage der eigenen Einstellung.
„Regen ist nur Konfetti vom Himmel“ – stand es passend dazu auf einem Regenschirm der Gruppe der Awo-Kita Kommern-Süd, die als Pinguine durch den Zoch watschelte. Die kleine Malia hatte das allerdings noch nicht verinnerlicht. „Ich will nach Hause“, jammerte die Dreijährige nach wenigen Hundert Metern auf Papas Arm.
Hunderte Kinder aus Kindergärten und Schulen waren dabei
Wie schon in den vergangenen Jahren wurde der Kinderzoch von der Grundschule in Kommern organisiert. Mit dabei waren Hunderte Kinder aus Kindergärten, Grundschule, Gymnasium und Gesamtschule aus Mechernich und Kommern. Und trotzdem standen auch am Straßenrand noch einige kleine Kamellesammler parat. So wie Vebi (13), Cennet (6) und Nuh (3), die mit Eltern und Tante Nazmije Kadroli aus Schleiden angereist waren. „Das ist der beste Zug im Kreis“, schwärmte die Tante, die schon beim Kinderzoch dabei war, als sie selbst noch zur Schule ging.
Premiere war das jecke Treiben hingegen für die kleine Aleya. Mit gerade einmal sechs Monaten schaute sie als gute Fee verkleidet mit Mama, Papa und Oma dem bunten Treiben zu. Nur ein paar Monate älter war die einzige Sonne, die die Kommerner an diesem Morgen zu Gesicht bekamen: Die einjährige Nala schaute mit Strahlen-Kopfschmuck aus dem mit einer Rettungsdecke umwickelten Kinderwagen heraus. Universum war das Motto einiger Gruppen im Zoch. Dank durchsichtiger Regencapes konnten die Jecken ihre aufwendigen Planeten-, Sterne-, und Astronautenkostüme am Zochweg trotz des nassen Wetters bestaunen.
An Regencapes und Mülltüten perlte der Regen einfach ab
Als besonders regenkompatibel erwiesen sich die Kostüme der Gesamtschule Mechernich. Passend zu deren Motto „Eine Schule der Vielfalt“ liefen die Kinder der fünften Klassen als bunte Monster im Zoch mit. Jede Klasse hatte dabei eine Farbe zugeteilt bekommen, die Verkleidungen bestanden zum Großteil aus farblich passenden Regencapes oder Mülltüten. Da perlte der Regen einfach ab. Einziges Problem: Auf der Hälfte der Strecke hatten einige bereits alle ihre Kamelle verteilt – oder selbst gegessen.

Die einzige Sonne beim Zoch: Nala.
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Beim zwei Jahre alten Jonas aus Kommern kamen trotzdem noch genug an. Mit Mama als privater Schirmhalterin und Papa als Flipstüten-Anreicher hielt es der Zweijährige den ganzen Zoch über am Straßenrand aus und jubelte der großen Schwester, die mitging, zu. Ob er sich freut, wenn er dann mal selbst mitgehen darf? „Jaa!“
Ähnlich begeistert waren die Otter aus der 1b der Kommerner Grundschule unterwegs. „Das ist eine Party-People-Klasse“, berichtete Klassenlehrerin Andrea Wein. Bis kurz vor Weiberdonnerstag seien noch einige Kinder krank gewesen, doch pünktlich zum Zoch seien alle wieder da. „Die sind richtig gut drauf!“ Fiere kann man schließlich auch im Rähn – ob aus Konfetti oder Wasser.

