Auf Hufen und Pfoten150 Menschen lassen in Nettersheim ihre Haustiere segnen

Auch das Huhn Biff, hier auf den Armen von Anna aus Engelgau, wollte bei der Segnung nicht hinten anstehen.
Copyright: Stephan Everling
Nettersheim-Engelgau – Das war ein Anblick, der dem heiligen Franziskus wohl gefallen hätte. Auf vielen Füßen, Pfoten und Hufen waren die tierischen Besucher in Begleitung von Frauchen und Herrchen zum Franziskustag gekommen, der jetzt an der Ahekapelle unter freiem Himmel stattfand. Rund 150 Besucher hatten sich auf den Weg gemacht, um den Segen Gottes auch für ihr Tier zu bekommen.
Auch wenn die Heiligenverehrung in der evangelischen Kirche nicht so ausgeprägt ist wie bei den Katholiken, so verfügen auch die Protestanten über einen Heiligenkalender, in dem Franz von Assisi nicht fehlen darf. Am 3. Oktober, seinem Todestag im Jahr 1226, ist er dort zu finden. Sein Namenstag in der katholischen Kirche ist dagegen am 4. Oktober aufgelistet, der gleichzeitig als Welttierschutztag begangen wird. Aus gutem Grund, denn Franz von Assisi gilt als Schutzpatron der Tiere und des Naturschutzes.
Ökumenische Andacht
Grund genug, um an diesem Datum eine ökumenische Andacht zu zelebrieren, die den Blick auf den Wert der tierischen Freunde der Pflanzen und die Bewahrung der Schöpfung lenkte. Pater Wieslaw Kaczor aus Steinfeld und der evangelische Pastor Christoph Cäsar aus Blankenheim zelebrierten den Gottesdienst, assistiert von der Gemeindereferentin Ruth Winterscheid.
„Franziskus liegt mir sehr nahe“, sagte Cäsar. Auch ohne Franziskus als Heiligen zu verehren, könne dieser sehr wohl Vorbild sein. Von dem einfachen Lebensstil, den er propagiert habe, könne man viel lernen. „Überall, wo Krisenpunkte sind in der Welt, findet man die Franziskanermönche“, machte er keinen Hehl aus seiner Sympathie. Hinzugehen zu den Notleidenden, wie es die Franziskaner praktizierten, empfinde er als Nähe zu Jesus, sagte er.
Bereits zum zweiten Mal fand der Franziskustag an der Ahekapelle statt. Vor allem mit ihren Hunden oder hoch zu Ross waren die Tierfreunde gekommen, um einen Segen für ihren tierischen Hausgenossen entgegenzunehmen. In den akustischen Hintergrund des Bellens mischte sich auch Gegacker. Gleich zwei Hühner waren mit dabei, unter anderem Biff, die frei und unerschrocken ihren Weg zwischen Menschen- und Hundebeinen suchte.
Das könnte Sie auch interessieren:
Biff war bereits im vergangenen Jahr bei der Tiersegnung an der Ahekapelle gewesen. Nun ließ sie sich von der sechsjährigen Anna aus Engelgau nach vorne eskortieren, um als Erste den Segen zu empfangen.
Dieser wurde nicht nur von Kaczor gespendet, sondern auch von Cäsar. „Eigentlich segnen evangelische Pastoren nur Menschen und keine Sachen, doch das ist menschlich hochnäsig“, sagte Cäsar. Tiere seien schließlich genauso Geschöpfe Gottes wie die Menschen auch.


