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Helmtest beeindruckteFahrrad-Sicherheit stand beim ADAC in Euskirchen im Mittelpunkt

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Das Bild zeigt den ADAC-Fahrradprüfer im Gespräch mit einer Frau, die ihr Mountainbike checken ließ.

Fahrradprüfung: Beim ADAC wurden viele Drahtesel auf Herz und Nieren geprüft.

Der Aktionstag beim ADAC in Euskirchen war ein großer Erfolg für die Verkehrssicherheit. Viele Besucher ließen ihr Rad checken.

So etwas hatte der Fahrradexperte des ADAC Nordrhein noch nicht gesehen. „Das ist die schlimmste Bremse, die ich je geprüft habe“, sagte er mit Blick auf das Mountainbike, das gerade in den Montageständer gespannt war. Sein Urteil: nicht verkehrssicher, am besten sofortige Stilllegung empfohlen, wenn die Bremse nicht getauscht wird.

Obwohl der Experte am Freitag noch zahlreiche weitere Fahrräder und Pedelecs zu prüfen hatte, sollte es das „Worst-Case-Rad“ bleiben. Am Eifelring in Euskirchen ging es den ganzen Tag zu wie im Fahrrad-Taubenschlag. Der Grund: Der ADAC Nordrhein hatte mit der Euskirchener Polizei zum Aktionstag Verkehrssicherheit in das ADAC Center eingeladen.

Anhand der Checkliste wurde jedes Fahrrad in Euskirchen geprüft

An der Zweirad-Prüfstation konnten Besucher ihre Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes von den Zweirad-Experten des Clubs prüfen lassen. „Viele Radfahrer unterschätzen, wie gefährlich auch kleine Mängel am Fahrrad im Straßenverkehr sein können“, sagte ADAC-Techniker Andreas Kaurisch: „Wir schauen uns die Sicherheit des Rades entlang einer Checkliste genau an, beheben kleine Fehler und geben falls nötig Empfehlungen für den Gang in die Werkstatt.“

Vor Ort konnte auch das Fahrrad codiert werden, um es so vor Diebstahl zu schützen. „Es ist keine Garantie, dass das Rad nicht gestohlen wird, aber die Erfahrung zeigt, dass es potenzielle Diebe abschreckt, weil das Rad beispielsweise deutlich schwerer weiter zu verkaufen ist“, so der Experte.

Das Bild zeigt Anika Schlömer auf dem Pedelec-Simulator.

Im Pedelec-Simulator ließen sich Risiken hautnah erleben.

Das Bild zeigt eine Polizeibeamtin, die an einem Monitor die Ergebnisse der Simumaltion erklärt.

Auch die Verkehrsexperten der Euskirchener Polizei waren beim Aktionstag dabei.

Auch die Experten der Verkehrsunfallprävention der Polizei Euskirchen waren vor Ort und informierten zu Gefahren im Straßenverkehr und wie sie sich davor schützen können. Im Pedelec-Simulator ließen sich Risiken hautnah erleben. Davon überzeugte sich Anika Schlömer, Vertriebsleitung des ADAC Nordrhein.

Sie strampelte kräftig, quatschte nebenher und schon war es passiert – ein Unfall, glücklicherweise nur virtuell. „Ich bleibe dann doch lieber beim Auto“, sagte Schlömer. So ein Tag im ADAC-Servicecenter sei wichtig. „Wir sind mehr als nur die Panne auf der Straße, mehr als nur die Gelben Engel“, führte Schlömer aus.

Besonders spannend: der Helm-Simulator der Polizei. Der hatte etwas von „Hau den Lukas“, verdeutlichte aber eindrucksvoll, wie wichtig – und vor allem lebensrettend – Helme sein können. Laut Simulator ist es realistisch, dass ein Radfahrer, der mit 18 km/h ungeschützt mit einem Auto kollidiert, ein schweres Schädel-Hirn-Trauma davon trägt. Ein Fahrradhelm reduziert – zumindest in der Theorie – die Verletzung zu einer schweren Gehirnerschütterung.

Was nach Angaben von Jörg Meyer, Polizist und Verkehrssicherheitsberater, aber wichtig ist: der Helm sollte nicht älter als fünf, sechs Jahre alt sein. Der Grund: die Weichmacher im Helm härten mit den Jahren aus und bieten einen geringeren Schutz. „Aber ein alter Helm ist besser als kein Helm“, so Meyer.