Zum 25-jährigen Jubiläum plant Reiseunternehmer Markus Birkenheuer den Bau einer Schule in Namibia – als Dank für viele Reiseerlebnisse.
HerzensprojektEuskirchener Reisebüro Birkenheuer feiert Geburtstag mit Schulbau in Namibia

Will in Namibia eine Schule errichten: der Dom-Escher Markus Birkenheuer. Das Projekt kostet gut 50.000 Euro.
Copyright: Reisebüro Birkenheuer
Als Markus Birkenheuer im Jahr 2000 sein Reisebüro gründete, ahnte er nicht, dass er 25 Jahre später nicht nur auf ein erfolgreiches Unternehmen, sondern auch auf ein Herzensprojekt blicken würde. Zum Jubiläum will der Dom-Escher Reiseunternehmer eine Schule in Namibia bauen – ein Zeichen der Dankbarkeit für die Welt, die ihm und seinen Kunden so viele Reiseerlebnisse geschenkt hat.
„Ich kann wirklich sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, erzählt Birkenheuer, der sein Reisebüro im Rewe-Center am Narzissenweg hat. Der 54-Jährige war ursprünglich bei einer Versicherung in Köln angestellt, reiste leidenschaftlich gern – und stieß dann eher zufällig auf eine Anzeige in einer Lufthansa-Zeitschrift. „Da stand: Wenn du ohnehin gerne Reisen suchst, kannst du sie auch für Freunde verkaufen.“
Anfangsjahre des Reisebüros waren hart – auch wegen des 11. September 2001
Was als Nebenjob begann, wurde schnell zur Berufung. Eine Fußballverletzung – eine schwere Schultereckgelenksprengung – zwang ihn zu einer längeren Pause. „Ich hatte plötzlich Zeit. Und da habe ich gemerkt, was in mir steckt, wenn es um etwas Eigenes geht.“ Noch im selben Jahr wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit.
Die Anfangsjahre seien hart gewesen. 2001 kam der 11. September – ein Einschnitt, der die Reisebranche in ihren Grundfesten erschütterte. „Das war ein Stahlbad. Aber vielleicht genau das, was man heute kaum noch kennt: einfach dranbleiben, kämpfen, weitermachen.“
Zum 25. Jubiläum nach eingem besonderen Moment gesucht
Seitdem hat sich vieles verändert. Statt Katalogen und Telefonbuchungen gibt es heute Onlineplattformen, Vergleichsportale und Social Media. „Wir haben eine voll funktionsfähige Internetseite – du musst also nicht bei Check24 buchen. Aber am Ende bleibt Reisen Vertrauenssache“, sagt Birkenheuer.
Was sich nicht geändert hat: die Leidenschaft, Reisen zu verkaufen und selbst zu reisen – und den Menschen für dieses „Horizont erweitern“ etwas zurückzugeben. Für sein 25-jähriges Jubiläum suchte Birkenheuer deshalb etwas Besonderes. Eine große Feier? Kam für ihn nicht infrage. „Wir haben im Jahr rund 1200 Kunden – da kannst du keine Feier schmeißen wie ein Handwerker mit 200 Gästen und ein paar Kisten Bier“, sagt der Dom-Escher.

Stolz auf sein Team, das das Sozial-Projekt in Afrika nach eigenen Angaben mitträgt und mitlebt: Chef Markus Birkenheuer.
Copyright: Reisebüro Birkenheuer
Stattdessen entstand eine Idee, die weit über Euskirchen hinausreicht: In Kooperation mit der Stiftung „Fly & Help“ will das Reisebüro Birkenheuer in Namibia eine Vorschule bauen. Kostenpunkt: rund 40.000 bis 50.000 Euro. „Ich will der Welt, von der ich seit Jahrzehnten profitiere, etwas zurückgeben“, sagt Birkenheuer: „Wir Touristen nutzen die Ressourcen anderer Länder. Dann ist es nur fair, auch etwas beizutragen.“
Die Finanzierung läuft über mehrere Säulen: eine Tombola mit hochwertigen Preisen von Reiseveranstaltern, Spendenaktionen und Eigenmittel. „Wir verkaufen Lose für fünf Euro – und die Gewinne reichen von Gutscheinen bis zu Kreuzfahrten.“
Ein Großspender hat nach Angaben Birkenheuers bereits 5000 Euro beigesteuert. „Da bekomme ich Gänsehaut“, sagt Birkenheuer. Wenn alles gut läuft, soll es nicht nur bei der Schule selbst bleiben. Er könne sich auch vorstellen, mit den Spendengeldern noch ein wenig an Infrastruktur zu sponsern – beispielsweise Schulbücher oder den einen oder anderen Tisch und Stuhl.
Ich rege mich oft über Verbote auf – über Plastikstrohhalme zum Beispiel. Nicht der Strohhalm ist das Problem, sondern mangelnde Bildung. Wenn Menschen verstehen, warum man Dinge nicht ins Meer wirft, ändert sich mehr als durch Verbote.
Seine Motivation wurzelt tief in seiner Sicht auf Reisen und Verantwortung. „Ich rege mich oft über Verbote auf – über Plastikstrohhalme zum Beispiel. Nicht der Strohhalm ist das Problem, sondern mangelnde Bildung. Wenn Menschen verstehen, warum man Dinge nicht ins Meer wirft, ändert sich mehr als durch Verbote.“ Für Birkenheuer ist die Schule in Namibia deshalb mehr als nur ein Gebäude: Sie steht für Bewusstsein, Bildung und Zukunft. „Wenn du Tourismus richtig lebst, dann transportierst du nicht nur Güter, sondern auch Bildung und Emotionen.“
Der Spatenstich für das Schulprojekt soll bereits in wenigen Monaten erfolgen, die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant. Birkenheuer will selbst vor Ort sein, um die „Reisebüro Birkenheuer Schule“ zu eröffnen. Es sei schließlich ein Herzensprojekt, auf das er auch ein wenig stolz sei. „Ich bin kein Politiker, aber ich finde, wer Ressourcen anderer Länder nutzt, sollte auch in Bildung investieren“, sagt er: „Und ich habe mir fest vorgenommen: Egal, wie viel Geld am Ende zusammenkommt – die Schule wird gebaut.“
Gerade gegen die großen Onlineportale stemmt sich das Team mit Service und Persönlichkeit: „Wir holen unsere Gäste ab – im wahrsten Sinne des Wortes. Wer bei uns eine Reise bucht, kann sich auch zum Flughafen bringen lassen. Und wer eine Kreuzfahrt macht, bekommt von uns eine zweite, kostenlose Beratung, wie er die Häfen auf eigene Faust entdecken kann.“

