NeubaugebietVerkehrsberuhigung an Kölner und Trierer Straße in Weilerswist-Süd
Weilerswist – Ein „umfassendes Konzept für Weilerswist und Vernich“ strebt Bürgermeister Peter Schlösser (SPD) an, und er meint damit die rechtliche Umnutzung der Kölner und der Trierer Straße. Die Nord-Süd-Achse, an der beide Ortschaften angesiedelt sind, solle auf lange Sicht zu einer Gemeindestraße werden. In beiden Orten gebe es längs der beiden Straßen kaum noch Betriebe oder landwirtschaftliche Anwesen. Deshalb würde die Umklassifizierung der Straße, die jetzt als Landesstraße noch Teil des überörtlichen Verkehrswegeplans ist, auch zu einer deutlichen Reduzierung des Verkehrs für die Anwohner führen.
Schlösser hatte auf eine Anmerkung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Peter Nußbaum reagiert. Nußbaum hatte im Zuge der Debatte um Verkehrszählungen und Tempomessungen daran erinnert, dass der Rat sich darauf verständigt habe, die großen Verkehrsachsen im Gemeindegebiet zu verbinden und außerdem die Osttangente zu schaffen, um die Ortschaften Vernich und Müggenhausen sowie Schwarzmaar vom Schwerverkehr durch Kieslaster zu entlasten.
Nach der Sanierung und dem Umbau der Kölner Straße, so Schlösser weiter, müsse damit begonnen werden, die Trierer Straße in Vernich umzubauen. Der Zuzug nach Weilerswist-Süd gehe rascher vonstatten als angenommen. Schon jetzt seien fast alle verfügbaren Baugrundstücke verkauft. Bis zum nächsten Jahr seien alle Flächen bebaut.
Die meisten fahren nach Norden
Das Gros der Bewohner fahre tagsüber nach Norden, um zur Arbeit zu gelangen, nur wenige arbeiteten in Euskirchen oder südlich des Baugebiets, so Schlösser. Bei einem Termin im Logistikzentrum der Drogeriemarktkette „dm“ habe er erfahren, dass sich mit Einführung des Vierschichtbetriebs die Zahl der Mitarbeiter dort um weitere 700 erhöht habe. Damit sei das Baugebiet Weilerswist-Süd auch der Wohnort zahlreicher „dm“-Arbeitskräfte geworden. In 350 Wohnungen lebten schon jetzt 1850 Menschen, sagte Schlösser. In der Gemeinde existierten jetzt, auch dank „dm“, etwa 6000 Arbeitsplätze.
Probleme gibt es in dem Neubaugebiet nach wie vor mit Tempoverstößen. Dazu verführten manche der schnurgeraden Straßen wie etwa der Uhrmacherweg oder die Salbeistraße regelrecht. „Die führen 450 Meter geradeaus wie eine Landebahn“, sagte Schlösser.
Erneut forderten die Anwohner von Weilerswist-Süd eine zweite Ausfahrt im Osten des Neubaugebiets. Die Einwohnerdichte sei drastisch gestiegen, die Verkehrszählungen von 2013 seien längst überholt, so FDP-Ratsherr Karsten Voßmeier. Daran sei auch die Änderung der Bebauungsmöglichkeiten schuld, denn es gebe vermehrt Mehrfamilienhäuser statt der ursprünglich einmal gedachten Einfamilienhäuser. Dies hatte zuvor auch Christdemokrat Dino Steuer angemahnt, der die strukturellen Veränderungen in dem Neubaugebiet angesprochen und auf die wachsende Bevölkerungszahl hingewiesen hatte. Das führe zu einer zunehmenden Verkehrsdichte auf den Neubaustraßen.
Heifischzähne auf den Fahrbahnen
Karsten Voßmeier begrüßte die Ankündigung von Bürgermeister Schlösser, er werde mit den Kiesabbauunternehmen versuchen, eine Zufahrt von der Kiesabbauzone zwischen Schwarzmaar und Vernich in Richtung Autobahn zu verwirklichen. Voßmeier: „Eine provisorische zweite Ausfahrt ist schon mal ein erster Einstieg.“
Peter Schlösser kündigte an, es werde in Absprache mit den Behörden und den Anwohnern etwa weitere Haifischzähne auf den Fahrbahnen zum Schutz der Fußgänger geben. Außerdem werde in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Fahrsicherheitszentrums Rhein-Erft, Michael Tück, eine Verkehrserziehung für Kinder und Erwachsene angeboten. Zudem werde es Asphaltschwellen geben, um allzu schnelle Autofahrer wirksam abzubremsen.
