Mit einem neuen Pferd und in einem neuen Stall will der Reit- und Voltgierverein Erfthorst wieder durchstarten. DerLions Club hat die Anschaffung des Wallachs ermöglicht.
PferdesportErfthorst-Voltigierer haben in Zülpich-Mülheim ein neues Zuhause gefunden

Im Gleichschritt: Nobbi muss sich erst noch an all das gewöhnen, was zum Voltigieren dazugehört.
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Erst hatte Evita sich verletzt. Dann kam überraschend die Kündigung vom Chef des Reitstalls. Es waren harte Monate für die Mitglieder des Reit- und Voltigiervereins (RVV) Erfthorst. Vor allem die jungen Sportlerinnen hatten Sorge, dass sie ihr Hobby nicht mehr ausüben könnten. Doch jetzt sieht die Lage wieder besser aus. Ein neuer Stall ist gefunden, Evita geht es besser. Und der Verein hat ein zweites Pferd angeschafft.
„Wir hatten eine lange Flaute, jetzt hoffen wir, dass es aufwärts geht“, sagt Ronja Grebenstein. Sie hat erstmal ein ordentliches Stück Arbeit vor sich. Denn das neue Voltigierpferd ist eigentlich ein Reitpferd. Den neuen Job muss Nobbi, wie der zehnjährige Wallach Fabulous liebevoll genannt wird, erst noch lernen.
Auch auf einem Holzpferd wird trainiert
Ronja lässt ihn seine Runden in der großen, hellen Reithalle der Bouligsmühle drehen. Dort, in dem Stall von Franz Josef Pauly in Zülpich-Mülheim, hat der Verein eine neue Bleibe gefunden. Die Suche nach einem neuen Stall sei kaum weniger aufwendig gewesen als die nach einem neuen Pferd, erzählt Yvonne Büchel. Wenn die Voltigiererinnen ihr Holzpferd in die Halle schieben und trainieren, kann dort kein anderer reiten.
Für die meisten Ställe ist das nicht hinnehmbar. Und auch in der Bouligsmühle musste ein Kompromiss her: Statt dreimal pro Woche wird nur noch zweimal trainiert. Derzeit üben die Mädchen und jungen Frauen – die kleinsten sind sieben Jahre alt, die älteste ist 31 – meist am Boden oder auf dem Holzpferd.

Zurück in den Sport: Voltigierpferd Evita wird nach einer Verletzungspause wieder antrainiert. Noch wird der Rücken nur kurzzeitig belastet.
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Trockenübungen: Auf dem Pferd geturnt wird erst, wenn die Griffe und Figuren sitzen. Die älteren Voltigiererinnen helfen den jüngeren.
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Nobbi gewöhnt sich gerade an die seltsamen Dinge, die die Voltgiererinnen machen. Von der Seite laufen die Mädchen einzeln auf das Pferd zu, das brav im Kreis trabt. Sie halten sich kurz am Gurt fest, klopfen Nobbi, probieren die ersten Sprünge neben dem Pferd. Bis sie draufspringen, wird es noch einige Zeit dauern.
Wir tun alles, damit es unseren Pferden gut geht.
Auch die Stute Evita dreht ihre Runden. Sie hat durch den Stallwechsel an Gewicht verloren, muss erst wieder antrainiert werden. Ein Mädchen macht die ersten leichten Übungen auf dem Pferderücken, vorsichtig, damit die geschwächte Muskulatur nicht leidet.
„Wir tun alles, damit es unseren Pferden gut geht“, sagt Yvonne Büchel, sie würden jeden Tag bewegt, mehrmals in der Woche geritten und gymnastiziert. Um das Training pferdeschonend zu halten, fahren die Mädchen manchmal nach Holland, um auf einem elektrisch betriebenen Pferd, Movie genannt, die turnerischen Elemente zu üben.
Der Kauf des neuen Pferdes sei für den Verein mit seinen rund 50 Mitgliedern nicht allein zu stemmen gewesen, erklärt Büchel. Der Lions Club Euskirchen Nordeifel habe ihn mit 6100 Euro unterstützt. Bis die Erfthorst-Sportler wieder an Turnieren teilnehmen können, wird es noch ein Weilchen dauern. Yvonne Büchel und Ronja Grebenstein peilen vorsichtig eines im Herbst an.
Und sie werben um neue Mitglieder, gern auch Jungen mit Voltigier-Ambitionen. Voltigieren, sagen sie, sei mehr als ein Sport. Die Kinder lernten Verantwortung zu übernehmen, aufeinander zu achten, einander zu helfen. Nicht zuletzt deshalb kämpfen die beiden darum, dass es weitergeht mit dem RVV Erfthorst. Yvonne Büchel sagt: „Hier ist so eine tolle Truppe zusammengewachsen.“

