Kirche in ZülpichVom Autobauer zum Priester

Der neue Zülpicher Kaplan Matthias Peus (l.) mit seiner Mutter und Kreisdechant Guido Zimmermann.
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Zülpich – „Unser neuer Kaplan wird gleich ins kalte Wasser geworfen. Denn ab morgen bin ich erst einmal mit einer Gruppe in Portugal. Dann muss Kaplan Peus hier die Verantwortung übernehmen“, sagte Kreisdechant und Zülpichs Pastor Guido Zimmermann zum Abschluss des Festhochamts, mit dem der neue Zülpicher Kaplan Matthias Peus in die Pfarrgemeinde eingeführt wurde.
Doch vor einer solchen Verantwortung macht sich der 45-jährige Peus nicht bange. Bevor er sich zum Priesterstudium berufen fühlte, arbeitete der studierte Maschinenbauer zehn Jahre lang bei einem Automobilzulieferer in Neuss in Konstruktion und Entwicklung.
Mit einigen Sätzen hatte sich Matthias Peus in der Messe seiner neuen Gemeinde vorgestellt. „Ich bin in Neviges aufgewachsen. Von den Wallfahrten habe ich allerdings nicht viel mitgekriegt, außer, dass die Messenauswahl größer war“, berichtete der junge Kaplan.
Doch wie kommt ein Maschinenbau-Ingenieur zum Priesteramt? „Ganz fern war mir der Gedanke schon in jungen Jahren nicht. Doch ich spürte, dass der richtige Zeitpunkt für ein Theologiestudium nach dem Abi noch nicht gekommen war.“
Vor einem Jahr im Dom geweiht
Peus hatte sich immer für Technik interessiert. Während des Studiums wie auch während seiner Zeit in Neuss war Peus immer in den Kirchengemeinden aktiv. Freunde überraschten ihn 2005 schließlich mit der Bemerkung, es sehe doch so aus, dass er Priester werden sollte. „Daran hatte ich all die Jahre nicht mehr gedacht. Aber nach den Veränderungen in meinem geistlichen Leben passte die Frage jetzt. Im Rückblick auf die letzten Jahre fand ich immer wieder Spuren für einen solchen Wechsel“, so Kaplan Peus. 2006 trat er sein Studium im Albertinum in Bonn an, 2012 wurde er zum Diakon geweiht und empfing am 28. Juni 2013 die Priesterweihe im Kölner Dom.
Nach dem Hochamt hatte Pfarrer Zimmermann die Gläubigen ins Pfarrheim eingeladen, um Peus persönlich kennenzulernen. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans-Joachim Kersting überreichte ihm eine Zülpich-Tasche, mit Spezialitäten der Römerstadt gefüllt. „Wenn Sie einmal unterwegs sind und nicht mehr wissen, wo sie hinmüssen, dann wird Sie das Z auf dieser Tasche an Zülpich erinnern“, sagte Kersting. Worauf Guido Zimmermann einwarf: „Und es wird Sie daran erinnern, dass Ihr Chef Zimmermann heißt.“
Matthias Peus übernimmt die Kaplan-Stelle von Stefan Wißkirchen. Wie sein Vorgänger hat er eine Wohnung in der Landesburg bezogen.

