Der Zwölfjährige soll dieselbe Schule wie Yosef besucht haben. Die Polizei warnte unterdessen vor Verleumdungen und Vorverurteilungen.
Neue DetailsZwölfjähriger Tatverdächtiger war Mitschüler des getöteten Yosef in Dormagen

Ein Bild von Yosef steht während der Trauerfeier auf dem Altar in Dormagen-Delhoven. Der 14-Jährige war durch Messerstiche getötet worden.
Copyright: Federico Gambarini/dpa
Bei dem Tatverdächtigen im Fall des in Dormagen getöteten Yosef handelt es sich um einen Mitschüler des Opfers. Die Polizei bestätigte, dass der zwölfjährige Verdächtige dieselbe Schule wie der 14-jährige Yosef besucht habe. Dazu, ob der Junge auch in dieselbe Klasse ging, äußerten die Ermittlerinnen und Ermittler sich nicht.
Die Schule soll laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge eine entsprechende Information an die Eltern der Schülerinnen und Schüler verschickt haben. Weitere Auskünfte dürften aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens jedoch nicht erteilt werden.
Polizei warnt im Fall des getöteten Yosef vor Verleumdungen
Die Staatsanwaltschaft und die Polizei hatten zuvor vor Verleumdungen und Vorverurteilungen in dem Fall gewarnt. „Insbesondere in den sozialen Medien werden aktuell Diskussionen zu möglichen Mittätern geführt und Personen namentlich angeschuldigt“, so ein Pressesprecher der Kreispolizei Rhein-Kreis Neuss am Montag (9. Februar). Die Polizei betonte jedoch, dass diese Spekulationen haltlos seien, die Ermittler hätten zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf Mittäter.
Am Freitag hatte die Polizei bekannt gegeben, dass das Verbrechen aufgeklärt werden konnte und ein Kind den 14-Jährigen getötet haben soll. Der 12-jährige, strafunmündige deutsche Junge befinde sich in der Obhut des Jugendamtes, hieß es.
Nach Tötungsdelikt an 14-Jährigem in Dormagen: Hilfe an Schule verstärkt
Die Leiche des 14-Jährigen war Ende Januar an einem See in Dormagen von einem Spaziergänger gefunden worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass der Junge an Stich- und Schnittverletzungen starb.
Nach der bewegenden Trauerfeier für den getöteten Yosef in Dormagen sind erst am Dienstag (10. Februar) in der betroffenen Schule die Schüler wieder zum Unterricht zusammengekommen. „Es gibt ein vielfältiges Betreuungsangebot, um niemanden alleine zu lassen“, sagte ein Sprecher der Stadt.
Das Aufarbeiten der Geschehnisse werde ein länger andauernder Prozess sein, bei dem die Schulgemeinde begleitet werde. Am Freitag hatten an der Trauerfeier für den Jungen rund 800 Menschen teilgenommen. (jv/dpa)

