BurscheidFinanzamt verstärkte den Fastelovend

Die Tax Girls sorgten für Stimmung mit ihrem Tanzauftritt.
Copyright: Britta Berg
Burscheid – Was braucht es für eine gute Party? Laut Jelle von Dryander vor allem nette Leute. „Und Live-Musik macht schon auch viel aus“, sagt die Vorsitzende des Kulturvereins Burscheid gut gelaunt während der Karnevalsparty im Badehaus am Freitagabend.
Für gute musikalische Stimmung sorgten „Die Notärzte“ und Jazzmusiker Engelbert Wrobel mit seinem Saxofon, der an Karneval als „Dä Engelbäät“ unterwegs ist. „Es ist schön den Engelbert mal ganz anders zu erleben als bei den Jazz-Konzerten“, sagt von Dryander. Feiern können die Burscheider – viel Zeit zum Aufwärmen brauchten sie nicht. Mit einem Medley aus Karnevalshits schaffte es Dä Engelbäät schon zu Anfang der Party, die Feiernden zum Mittanzen, Schunkeln und Mitsingen zu bewegen.
Dass die Organisatoren vom Kulturverein und ihre Helfer viel Herzblut in die Veranstaltung stecken, war wieder an der liebevoll angebrachten Karnevalsdekoration zu erkennen. Insgesamt 250 Luftballons hingen an Girlanden geknüpft unter der Decke des Badehauses. Für die ersten Partys brauchte das Team nicht nur Herzblut, sondern auch viel Atem. „Am Anfang haben wir noch alle Luftballons mit dem Mund aufgepustet, mittlerweile haben wir dafür eine Maschine“, erklärt von Dryander lachend. Hilfe und Unterstützung bekommen die Organisatoren jedes Jahr nicht nur von ihren Kindern, sondern auch von Freunden. Petra Wengenroth-Büscher vom Kulturverein hatte eigens für die Veranstaltung 144 Frikadellen gebraten. „Die Feier und das Programm haben sich bewährt und wir sehen, dass es in Burscheid gut ankommt. Hier im Badehaus hat man einen etwas intimeren Raum, die anderen Feiern sind ja immer etwas größer“, findet von Dryander.

Dä Engelbäät mit seinem Saxofon
Copyright: Britta Berg
Insgesamt 60 Karnevalisten hatte es ins Badehaus gelockt, allesamt in bunten Kostümen – unter ihnen Hippies, Clowns, Piraten oder Bäume. Dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, zeigten Andrea und Frank Mengers, die als Klapperschlange und „Häschen aus dem Zauberhut“ verkleidet kamen. Andrea Mengers nähte die Kostüme selber und verwertete alte weiße Plüschsocken, die sie als Hasenpfoten ausstopfte und eine Schwimmnudel, die mit schwarzem Stoff umschlungen als Hutkrempe diente. Damit ihr Klapperschlangenkostüm auch entsprechend authentisch zum Klappern gebracht werden kann, griff sie auf ein Hilfsmittel aus der Küche zurück. „Ich habe eine Plastikflasche mit getrockneten Kichererbsen gefüllt“, erklärt sie und zeigt auf den Schwanz des Schlangenkostüms, in dem die rasselnde Flasche versteckt war. Den finalen Schliff gab die Lichterkette. „Unsere Weihnachtsdeko musste ja auch noch irgendwie verarbeitet werden“, meinte Frank Mengers. Der Trend des Upcyclings ist somit auch im Karneval angekommen.
Neben den musikalischen Einlagen traten zum zweiten Mal die Golden Tax Girls – die Damen der Finanzdirektion – im Badehaus auf. „Im Karneval ist ja alles schon Kult, was bereits zum zweiten Mal dabei ist und die Tax Girls hatten im vergangenen Jahr ihre Premiere hier bei uns“, erzählte von Dryander. Seit Oktober hatte die Gruppe den Tanz einstudiert, den sie zu einem Medley von Querbeat aufführte. Die jüngste Tänzerin ist 45, die älteste 65 Jahre alt – alle arbeiten beim Finanzamt.
Nachdem im letzten Jahr gleich drei Karnevalsprinzen aus Lützenkirchen in Burscheid zu Besuch waren, wurde auch dieses Jahr wiederholt mit der Tradition gebrochen. Prinz beziehungsweise Prinzessin Elke II reiste mit großem Gefolge aus Lützenkirchen an und brachte Frauenpower mit.
„Die karnevalistische Freundschaft mit Lützenkirchen verbindet sich so langsam“, freut sich von Dryander. Über Freunde und Freundesfreunde haben die Burscheider Kontakte mit den Lützenkirchenern geknüpft. Ein Austausch, vom dem sie sich erhofft, dass er weiterhin so bestehen bleibt.
Frank Mengers, Partygast
