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Geburtstag Seit 25 Jahren wird Sterbenden in Burscheid Leben geschenkt

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Geburtstagsparty des Burscheider Hospizdienstes

Der Hospizdienst in Burscheid feierte 25. Geburtstag.

In den vergangenen 25 Jahren Sterbebegleitung in Burscheid ist viel passiert, es entstand ein Netzwerk von sozialen Einrichtungen. 

Neben den grün-weißen Schützenfahnen und Girlanden steht in der Kirchenkurve ein gleichfarbiges Zelt – allerdings aus einem anderen Grund: Das ökumenische Hospiz feiert sein 25-jähriges Bestehen.

An zwei kleinen Ständen im Zelt können sich Interessierte über die Arbeit des Hospizdienstes informieren. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zuvor einen Befähigungskursus für Trauerbegleitung absolviert und sich Wissen über den Sterbeprozess sowie die Phasen, die eine kranke Person durchlebt, angeeignet. „Bei dem Befähigungskurs geht es ganz viel um ‚know how‘, das notwendige Fachwissen, für dieses Ehrenamt, denn es geht um ein sehr sensibles Thema“, erklärt Vorsitzende Karola John. Für alle Interessierten bietet der Hospizverein Letzte-Hilfe-Kurse an und unterstützt beispielsweise beim Ausfüllen einer Patientenverfügung.

Während man sich draußen an den Ständen informieren kann, sind im Empfangsraum Bilder aus den vergangenen 25 Jahren an die Wand projiziert, ein Buffet mit Finger-Food steht auf einem großen Tisch. Die Miniköche aus der sechsten Klasse der Johannes-Löh-Gesamtschule haben die Speisen zubereitet. Vier von ihnen sind an diesem Tag sogar vor Ort. Mit dem Thema „Hospiz“ haben sie noch keine Berührungspunkte gehabt, finden die Arbeit des Hospizdienstes dennoch wichtig. „Ich finde es gut, dass die Menschen am Ende ihres Lebens begleitet werden und nicht alleine sein müssen“, sagt Josephine von den Miniköchen. 

Die Menschen kommen nicht hier hin, um zu sterben, sondern, um zu leben.
Karola John, Vorsitzende des Hospizvereins Burscheid

Darum geht es dem Hospizverein: kranke Menschen am Lebensende zu begleiten und Zeit zu schenken. Die Vorsitzende des Vereins, Karola John, ist Hausärztin und auch im palliativen Bereich tätig. „Menschen zu begleiten verbindet meinen Beruf mit meinem Ehrenamt. Das Schöne an diesen Tätigkeiten ist die Dankbarkeit der Menschen. Die Menschen kommen nicht hier hin, um zu sterben, sondern, um zu leben. Das Sterben kommt erst ganz zum Schluss.“ 

Der ökumenische Hospizdienst Burscheid enstand im Jahr 1998 mit der Idee, die Hospizbewegung nach Burscheid zu bringen, Kranke zu begleiten und Angehörige zu unterstützen. Vertreter aus der katholischen und der evangelischen Gemeinde in Burscheid ergriffen die Initiative und gründeten den Verein „Ökumenisches Hospiz Hausbetreuungsdienst Burscheid“ (ÖHHB). Seit 2004 ist der ÖHHB im Vereinsregister eingetragen und wird von einem siebenköpfigen Vorstand geleitet, der ausschließlich aus Ehrenamtlichen besteht. 

Birgit Hoferichter ist von Anfang an dabei. Seit 24 Jahren ist sie stellvertrende Vorsitzende des Vereins. Sie leitet das evangelische Altenzentrum in Burscheid. „Die Verbindung zwischen den Einrichtungen herzustellen war und ist mir immer noch eine Freude. Die lange Zeit hier war sehr bereichernd“, so Hoferichter. 

Die Vernetzung zwischen den Burscheider Einrichtungen scheint zu tragen. Auch die ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin von Burscheid spricht den guten Zusammenhalt an. „Wir sind ein Netzwerk in Burscheid“, sagt Stella Ignatz, die beruflich im Hausbetreuungsdienst tätig ist. „Wenn wir merken, wir haben Klienten, die besondere Unterstützung brauchen und wir kommen nicht weiter, dann informieren wir den Hospizdienst und andersherum.“