StadtbüchereiDas Budget für mehr Selbstbestimmung wird nur wenig genutzt

Die Ausstellung in der Bücherei beleuchtet das „Persönliche Budget“.
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Burscheid – Annika Hille lebte früher auf dem Bauernhof bei ihren Eltern. Schön war die Zeit. Aber trotzdem wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und lebt heute in einer Wohnung mit Betreuung und hat auf Grundlage des Persönlichen Budgets eine Assistenz.
Selbstbestimmtes Leben
Das Persönliche Budget, über das das Bundesministerium für Arbeit und Soziales des Bundesministerium informiert, bietet Menschen mit Behinderung den Leistungsberechtigten die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens.
In der Bücherei wird die Ausstellung gezeigt
Annika Hille lieferte eines der Fallbeispiele, die derzeit die Bücherei in Burscheid in einer Wanderausstellung „Persönliches Budget – mehr als Geld“ des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben beleuchtet. Sie ist heute zwischen 10 und 12, Freitag zwischen 15 und 18 Uhr und Samstag zwischen 10 und 13 Uhr zu sehen. Initiatoren sind der Beirat Inklusion und das Tri-Café. Für die Begegnungsstätte sprach Michael Corts bei der Eröffnung die Begrüßungsworte.
Behördliche Hürden waren bislang hoch
Ziel ist es, die Chancen des „Persönlichen Budgets“ herüberzubringen, zu informieren und Mut zu machen, einen Antrag zu stellen. Ute Gagaridis vom Beirat Inklusion hat vor vielen Jahren die Erfahrung gemacht, dass die behördlichen Hürden hoch sind. Doch offenbar ändert sich das auch vor dem Hintergrund der Neugestaltung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG). „Jetzt wird es interessant“, sagte auch Anne Stegert von der Kette in Hilgen. Die stationäre Wohneinrichtung für psychisch behinderte Menschen versuchte bereits vor einigen Jahren, das Budget an Bewohner zu vermitteln. Funktioniert hat es nicht. Der Bekanntheitsgrad ist gering, das war für Corts und Gagaridis auch der Grund, durch die Ausstellung aufmerksam zu machen. Bei der Eröffnung sprach Ellen Marquardt aus der Kölner Beratungsstelle des Kompetenzzentrums Selbstbestimmtes Leben über ihre Erfahrungen. Es gebe viele Berührungsängste. Das persönliche Budget biete jedoch die Möglichkeit, selbst als Kunde aufzutreten und zu sagen, welche Leistungen erbracht werden sollen.
Assistenz am Arbeitsplatz, in Reha und Freizeit
Beim Arbeitsplatz, in der Reha oder in der Freizeit könne ein Assistent zur Seite gestellt werden. Das sei für alle Menschen mit Behinderung möglich. Ein Budgetassistent helfe bei der Verwaltung. Und: „Man darf auch Fehler machen und Erfahrungen sammeln“, erklärte Ellen Marquardt.
