Drei Monate nach Brand im Gewerbepark Colonia in BurscheidSanierung der Halle kann noch nicht beginnen

Besitzer Michael Schwartz steht vor einem Scherbenhaufen. Mit der Sanierung der Galvanikhalle geht es nicht voran.
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Burscheid – Fast drei Monate nach dem Brand im Gewerbepark Colonia kommt Eigentümer Michael Schwarz nicht wirklich voran. Zwar wurde der Tatort von der Polizei mittlerweile freigegeben, nachdem deren Brandermittler abschließend feststellten, dass es sich bei der niedergebrannten Produktionshalle der Galvanik-Firma Habatec-Hartchrom um Brandstiftung handelt.
„Das verwundert mich nicht. Es konnte nur ein Brandbeschleuniger im Spiel sein. Denn in der Halle gibt es nur Stein und Eisen. Ein bisschen Kunststoff war drin“, sagt Schwarz. Er hat einen eigenen Gutachter beauftragt, der sich am Mittwoch bei einem Ortstermin mit dem Versicherungssachverständigen austauschen will. „Es stockt“, sagt Schwarz. Dabei gebe es eine Menge zu tun. Die Versorgungsleitungen für die Wohnungen auf dem Gelände laufen durch die Halle. Schwarz denkt bereits an den Winter. Die Gasleitungen müssen wiederhergestellt werden und die Wasserleitungen müssen vor Frost geschützt sein.
Löschwasser und Schutt kontaminiert
Mit der Sanierung der Halle kann er aber noch nicht beginnen. Das Löschwasser ist durch den Inhalt der Galvanikbäder kontaminiert – ebenso der Schutt, der auf dem Boden liegt. Der muss als Sondermüll entsorgt werden. Und das kaputte Dach, das eigentlich eingerissen werden müsste, rührt Schwarz vorerst nicht an, da ansonsten weiterer Schutt auf den vorhandenen Schutt fallen und ebenfalls zu Sondermüll würde.
Die chemischen Bäder waren bei den Löscharbeiten übergelaufen, doch innerhalb der Halle sorgten Schwellen dafür, dass es nicht ablaufen konnte. Nachdem Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde Anfang Juni bei einer Probe Chrom gefunden hatten, wurde in den vergangenen sieben Wochen aufwendig das Grundwasser abgepumpt. Im benachbarten Murbach, der auch regelmäßig kontrolliert wird, wurde bislang nichts gefunden.
Keine Gefahr für die Gesundheit
Die Kreisbehörde erklärte, dass eine gesundheitliche Gefährdung zu keinem Zeitpunkt bestanden habe. Schwarz hält die Aktion des Brunnenbaus auf seinem Gelände für überzogen. Nachdem im Bereich der abgebrannten Halle etwas gefunden worden sei, sei die Behörde wohl davon ausgegangen, dass das Löschwasser irgendwo versickert sei. Doch es sei nichts mehr gefunden worden. „Sieben Wochen wurde sauberes Grundwasser entsorgt. Das ist zwar das Geld der Versicherung. Aber letztlich zahlen wir Versicherten das“, so Schwarz.
Kreissprecher Alexander Schiele bestätigte gestern, dass über den vorhandenen Absenkbrunnen Grundwasser abgepumpt wurde, in dem kein Chrom nachgewiesen wurde. Doch könne daraus nicht der Rückschluss gezogen werden, dass das Grundwasser nicht kontaminiert sei. Denn das habe die Probe ergeben. „Der Brunnen funktioniert nicht und wir werden in nächster Zeit weitere Beobachtungspegel installieren, um eine Stelle zu finden, an der sich das kontaminierte Wasser abpumpen lässt“, so Schiele. Derzeit werde in einer benachbarten Halle ein Messpegel genutzt, über den provisorisch Wasser abgepumpt werden könne. Geplant sei aber, einen neuen Sanierungsbrunnen zu bauen. Außerdem will die Untere Wasserbehörde einen Beobachtungspegel in der niedergebrannten Halle anbringen. Doch die sei noch einsturzgefährdet.

