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Flüchtlingsheim in BurscheidAnwohner und Asylbewerber sollen sich kennenlernen

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Die neue Flüchtlingsunterkunft an der Luisenstraße ist im Erdgeschoss bezogen.

Burscheid – Die ersten Familien sind im neuen Flüchtlingsheim an der Luisenstraße 67 bis 69 eingezogen. Sieben Wohnungen hat die Verwaltung vergeben, damit ist das Erdgeschoss mit 38 von 42 möglichen Plätzen belegt. Insgesamt gibt es im zweigeschossigen Gebäude 14 Wohneinheiten, die im Schnitt 55 Quadratmeter groß sind. Und wie die Quartiersmanagerin Verena Natrop im Integrationsausschuss nun erklärte, soll der Einzug bald mit einem Fest für die Nachbarn gefeiert werden.

„Die Idee ist, dass sich die Nachbarn besser kennenlernen. Es ist geplant, dass die Flüchtlinge selbst kochen“, erklärte Natrop. Voraussichtlich soll das Fest Mitte März stattfinden. Ein Aufenthaltsraum steht für die Feier zur Verfügung und es soll laut Natrop die Möglichkeit bestehen, sich die noch leeren Wohnungen im Obergeschoss anzuschauen.

Ehrenamtler gesucht

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Das Haus Luisenstraße Nr. 34 wurde aufgrund von Schimmel geräumt.

Wie Marco Fuss, Leiter des Burscheider Ordnungsamtes erläutert, gab es seitens der Nachbarn vor dem Einzug immer wieder Nachfragen, wer einziehe. Ziel sei es, Berührungsängste abzubauen. Monika Wagner von der Burscheider Flüchtlingshilfe konnte davon berichten, dass viele Flüchtlinge den Wunsch äußerten, ihre deutschen Nachbarn kennenzulernen. Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen, die bei der Integration helfen, sei etwas rückläufig. Dass es wieder mehr werden, sei ausdrücklich gewünscht.

Wie Fuss erläuterte, leben derzeit 120 Flüchtlinge in der Stadt. Die Unterbringung sei teilweise in angemieteten Wohnungen, teilweise in Unterbringungen der Stadt erfolgt. Das gemietete Gebäude an der Luisentraße 34 sei zuletzt von der Stadt gekündigt worden, da es aufgrund eines Schimmelbefalls derzeit nicht zu nutzen sei. Wie es mit der Zuweisung neuer Flüchtlinge weitergeht, steht laut Fuss derzeit nicht fest. „Das ist wie beim Blick in die Glaskugel“, sagte der Amtsleiter. In Italien sei die Zahl der ankommenden Flüchtlinge derzeit rückläufig, in Griechenland wiederum steigend.

Burscheid habe in den vergangene Wochen kaum Neuzuweisungen erhalten. Die Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Zuweisung zuständig ist, seien noch offen. „Aber wir gehen davon aus, dass es um Ostern Neuzuweisungen gibt“, so Fuss. Die Stadt akzeptiere den teilweisen Leerstand, um Reserven für weitere Zuweisungen zu haben. Ausschussmitglied Stella Ignatz wollte wissen, wie es mit der Hans-Hoersch-Halle weitergeht. Diese wurde zur Flüchtlingsunterbringung ausgebaut, soll aber laut Fuss wieder zurückgebaut werden. Wann, auch das stehe noch nicht fest. „Aber sie wird nicht ewig zurückgehalten.“

Das ehemalige Firmengebäude von Wiener Plein & Baus in Müllersbaum wurde ebenfalls als Unterkunft angemietet. Laut Stadtverwaltung wurde das Gebäude vor zwei Jahren langfristig angemietet, da man es zu anderen Konditionen sonst nicht bekommen hätte. Einige Flüchtlinge seien dort noch untergebracht.