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GewaltMieter nach Einbruch schockiert

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Symbolbild

Burscheid – Vor wenigen Tagen war die Welt in der Luisenstraße noch in Ordnung. Waltraud Penk (Namen geändert) freute sich über den Besuch ihrer Freundin Carla Ottobelli. Die dreifache Mutter und die ehemalige Burscheiderin verbrachten einen schönen Nachmittag und machten es sich später am Abend in der zur Straße liegenden Küche bequem. „Es war kurz nach 23 Uhr, da war vor dem Haus ein sehr lauter und langgezogener Pfeifton zu hören“, erinnert sich Carla Ottobelli.

Die jungen Frauen schauten aus dem Fenster und sahen einen augenscheinlich angetrunken Mann. „Als er uns sah, verschwand er auf der Stelle“, sagte Waltraud Penk. Kaum hatten sich die Frauen wieder hingesetzt, hörten sie das Splittern von Glas an der Haustür. Entweder war der merkwürdige Pfeifer zurückgekehrt oder eine zweite Person versuchte, durch in das Haus einzubrechen. Die Frauen schauten nach und sahen, wie der Eindringling seinen Kopf durch das Loch steckte und versuchte, die Tür von innen zu öffnen. „Wir hatten Angst um unser Leben“, erklären die beiden Frauen unisono. Während die Mieterin in Panik geriet, alarmierte Ottobelli die Polizei – der Täter flüchtete. Die Beamten trafen gegen 23.30 Uhr mit zwei Einsatz- und zwei Zivilfahrzeugen am Tatort ein und nahmen erste Zeugenaussagen auf, während die Fahndung nach dem Täter erfolglos verlief.

Keine psychologische Betreuung

Zwischenzeitlich erschienen auch die Hausbesitzer. Sie sollen angegeben haben, dass die Wohnung in früheren Zeiten schon einmal das Ziel eines Einbruchsversuchs gewesen sei. Das wiederum bestreiten die Freundinnen ausdrücklich. „Der oder die wollten uns an den Kragen“, sagt Carla Ottobelli. Sie bedauert, dass es vor Ort keine psychologische Betreuung gab: „Zwar habe ich möglichst cool reagiert, aber Angst hatte ich auch.“ Ihre Freundin ist bis heute nicht in die Wohnung zurückgekehrt. Sie wohnt in der Nähe bei ihrer Mutter. Das Glas der Haustür wurde bislang nicht ersetzt.

Die Polizei geht laut Sprecherin Claudia Kamman von Sachbeschädigung aus: „Es soll da eine Vorgeschichte mit einem Vormieter geben.“ Für die relativ lange Zeit zwischen Tathergang und Befragung der Zeugin Carla Ottobelli machte sie die „übliche logistische Verfahrensweise“ bei derartigen Delikten geltend. Für die beiden Freundinnen nur ein schwacher Trost.