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InsektenhotelMehr Naturschutz bei Burscheider Straßenbehörde

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Der Teich ist so tief, dass Fische oder Frösche auch im Winter überleben können.

Burscheid – Bislang ging es einfach mit dem Motormäher über die Wiese. Doch nun schaut es vor der Straßenmeisterei in Burscheid aus wie bei einer Landesgartenschau.

Artenvielfalt und Klimaschutz

Die Behörde Straßen NRW setzt im Bereich der Straßenmeisterei auf Artenvielfalt und Klimaschutz, frei nach der Devise: „Bienen, Blumen und Schafe statt Motormäher“ – passend zum heutigen Tag der Biene.

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„Die ersten Wildbienen sind eingezogen“, freut sich Sascha Mertens, Betriebsleiter bei Straßen NRW, über das selbst gebaute Insektenhotel. Mit seinem Team wollte er auf dem Gelände der Meisterei ein Zeichen der Insektenfreundlichkeit setzen.

Kritik erhalten die Mitarbeiter von Straßen NRW, wenn sie zum Beispiel Stämme auf Stock setzen und die Bäume in der Gehölzpflege-Saison zwischen Oktober und Ende Februar am Straßenrand ziemlich zerrupft aussehen. Das, so Straßen NRW, gehöre zur Arbeit in Sachen Verkehrssicherheit. „Ich wollte den Bürgern zeigen, dass auch uns die Natur am Herzen liegt“, erklärt Mertens. In der Stadt Marl startete der Landesbetrieb im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt zur „insektenfreundlichen Meisterei“ und gestaltete größere Grünflächen so um, dass blühende Stauden, Obstbäume und naturnahe Wiesen Futter für Bienen und andere Insekten liefern. In Burscheid legten die Mitarbeiter Michael Rohs, Herbert Riesener, Lutz Sprenga und Kyril Monev einen kleinen Teich mit Minibagger und Schaufel an. Zwölf mal sechs Meter misst der Teich neben dem Insektenhotel. In seiner Mitte können laut Straßen NRW künftig Bewohner wie Molche und Frösche bis zu 1,80 Meter tief tauchen. „Das garantiert, dass sie auch einen bergischen Winter überleben“, sagt Mertens.

Blühstreifen und Bienenstock

Es gibt einen Blühstreifen entlang des Zauns und über den Kontakt zum nächsten Imkerverein konnte neben dem Insektenhotel außerdem ein Bienenstock aufgestellt werden.

Laut Straßen NRW soll künftig ein halbes Dutzends Schafe die Mäharbeiten rund um das Meisterei-Gebäude übernehmen. „Mit dem Einsatz der Tiere haben wir an unseren Regenrückhaltebecken in den vergangenen zwei Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Mertens. Es seien weniger Maschinen im Einsatz gewesen, stattdessen habe die Natur gewirkt.

80 Autobahnmeistereien im Land

Landesweit betreibt Straßen NRW 80 Autobahnmeistereien, die in der Regel über eine Fläche zwischen 10 000 und 30 000 Quadratmetern verfügen. 20 bis 25 Prozent davon sind Grünflächen. Wie die Behörde betont, stehe das Thema Insektenschutz aber nicht nur bei den eigenen Liegenschaften auf der Tagesordnung. Auch bei Neubaumaßnahmen und auf Ausgleichsflächen werde insektenfreundlich gepflanzt. Dabei komme spezielles Regio-Saatgut zum Einsatz, das einen höhren Anteil an heimischen Kräutern und Blumen habe. Hauptnahrungsmittel der Insekten seien allerdings Sträucher. An den Straßen und Ausgleichsflächen würden gebietseigene Gehölze gepflanzt.