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Internationales BurscheidHalb Europa traf sich auf dem Marktplatz

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Die „Brasil Show Köln“ animierte das Publikum erfolgreich zum Mitmachen.

Burscheid – Vier Männer in schwarzer Tracht werfen mehrmals hintereinander die Arme in die Luft, während sie zur Musik laut mit den Füßen auf den Boden stampfen. „Und jetzt alle mitmachen“, ruft einer der Tänzer von der Bühne auf dem Burscheider Marktplatz dem Publikum zu, das anschließend zum Takt in die Hände klatscht. Es ist der letzte Tanz, bevor die Gruppe AFiR „Anatolische Folklore im Ruhrpott“ die Bühne dem griechischen Tanzkreis Melos überlässt.

Die Junioren des Orchestervereins Hilgen starteten ihr Konzert n der Kirchenkurve in der ersten Regenpause. Die Burscheider waren trotz des schlechten Wetters zahlreich erschienen.

„Internationales Burscheid“ ist eine Art Premiere: Nachdem das frühere Interkulturelle Fest letztmals 2016 stattfand, ließ der Verein Burscheid Live die Veranstaltung in diesem Jahr in abgewandelter Form wieder aufleben. Ziel sei es, das friedliche Miteinander der vielen unterschiedlichen Nationalitäten in Burscheid zu feiern. Auf der Bühne tummelten sich im Laufe des Wochenendes zahlreiche Nationalitäten: So gab es etwa brasilianische Tanzeinlagen, portugiesische und slowenische Gesänge.

Spiele und Basteln für Kinder

Etwas weniger international als auf der Bühne, dafür umso kinderfreundlicher, ging es an den 14 verschiedenen Ständen zu. Am Stand des Kinder- und Jugendzentrums Megafon konnten Kinder selbst Taschen bemalen oder ihre Treffsicherheit an einer mitgebrachten Minigolfbahn ausprobieren. Großer Beliebtheit erfreute sich einmal mehr „Roccos Holzeisenbahn“ und ein kleiner Balance-Parcours für Kinder. Vater Tobias Schaaf zeigte sich noch etwas skeptisch gegenüber Veranstaltungen während der Corona-Pandemie, während Sohn Elias bereits den Parcours erobert. „Aber wir können uns ja nicht ewig einsperren“, sagte Schaaf dazu.

Ein paar Meter weiter lud der Burscheider Integrationsrat Kinder dazu ein, Bilder zum Thema Integration zu malen. Mal zeigen die Zeichnungen auf dem Tisch vor der zweiten Vorsitzenden Sevgi Benseddik einen bunten Regenbogen, mal eine bestimmte Person. Besonders gut gefielen Benseddik bisher die anatolische und die griechische Tanzgruppe: „Die haben richtig Stimmung gemacht“, sagt sie.

Spieße vom Griechen

Genauso sieht das Mirofora Algiouvanoglou, deren Familie am Stand des griechischen Bistros Rendezvous mithalf. „Meine Eltern sind 1989 von Aridea hierher gezogen“, erzählte sie. Ihr Vater Nikos habe sich direkt mit einem eigenen Stand beteiligen wollen, als er von dem Fest erfuhr. Besonders beliebt in diesem Jahr: Der Grillteller mit zwei Fleischspießen des Bistros.

Fest-Veranstalter und Vereinsvorsitzender Uwe Graetke blickte zufrieden auf das Fest. Selbst bei Regen seien am Freitagabend zwischen 150 und 200 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Auftritten des Burscheider Sängers Massimo sowie der italienischen Coverband La Stella gekommen. „Die Leute freuen sich, dass man endlich wieder etwas machen kann“, sagte Graetke, der schon lange am Bühnenprogramm des Festes gefeilt hat.

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Mehrmals hatte der Verein sein Fest wegen der Corona-Pandemie schon verschieben müssen, lange seien die einzuhaltenden Schutz-Regeln unklar gewesen – beides erschwerte die Planungen. Besonders habe er sich über die Zusage des russischen Tanzpaares Renata und Valentin Lusin gefreut. Das Ehepaar hatte an der 14. Staffel der RTL-Sendung „Let’s Dance“ sowie der diesjährigen Profi-Challenge teilgenommen.