KommentarDen Neubau in Hilgens Mitte kritisch prüfen

Der geplante Neubau
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- Ambitioniert sind die Pläne der Stadtentwickler, doch der Investor braucht viel Platz allein für 120 Parkplätze
- Die bergische Architektur prägte den Platz bisher, ein Neubau wird einen Bruch bewirken
Burscheid-Hilgen – Hilgen lebt. So hat sich eine Initiative genannt, die beweisen wollte, dass nicht das Gegenteil der Fall ist. Wo Tante-Emma-Läden und Dorfschenken zwar vielen in Erinnerung blieben, aber nicht überleben konnten, wollte man trotzdem an den Gemeinschaftssinn wieder anknüpfen.
Brunnenplatz als Errungeschaft
Ob das künftig quer über den Einkaufswagen oder beim gemütlichen Plausch auf dem sengend heißen Parkplatzasphalt noch möglich ist, sei dahin gestellt. Der Brunnenplatz ist immerhin eine gute Errungenschaft, die beibehalten werden soll.

Jan Sting zur Bebauung des Hotelgeländes
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Drastische Veränderung
Hilgen wird sich drastisch ändern und ob Schätze wie die Liebfrauenkirche von Dominikus Böhm oder die Gaststätte zur Post mit ihrem angedeuteten „Kirchturm“ auf der gegenüberliegenden Seite des Supermarkt-Betreuungs-Komplexes noch zu Geltung kommen, bleibt abzuwarten. Die Stadtplaner wollen – ebenfalls wie die Initiative Hilgen lebt – den Ortskern beleben, die Zentren durch Einzelhandel wieder stärken. In Burscheid soll Ähnliches an der Montanusstraße passieren.
Gesprächsstoff für den Brunnenplatz
Bei allem Enthusiasmus der Planer sollten die Entwürfe von der Politik kritisch geprüft werden. Dass die Discounter wieder von der Grünen Wiese weg in die Zentren ziehen, ist Trend. Das Marketing ist volksnaher und lustiger geworden. Doch es ist noch gar nicht so lange her, da gab es Kritik an den Arbeitsbedingungen für Verkäufer und Lieferanten des Investors. Vielleicht können die Hilgener das auf dem Brunnenplatz bekakeln.
