KulturGutachten soll zurück gegeben werden

Die freie Kulturszene Leverkusens hat bereits gegen die Kürzungen im Kulturetat protestiert.
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Leverkusen – Bernhard Marewski (CDU), der pensionierte Studiendirektor, erinnerte sich an die Zeit als Pädagoge und – und verteilte bei der Sitzung des Kulturausschusses einen Tadel: „Wenn man seine Hausaufgaben nur unzureichend gemacht hat, dann gibt es die Hausaufgaben zurück und eine Sechs. Ganz einfach.“ Ein erzieherischer Effekt sei das. Und genauso wolle er, Marewski, auch mit dem Gutachten des Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG verfahren. In dem hatten vermeintliche Finanzexperten zuletzt ja gezeigt, an welchen Stellen der Leverkusener Kultur gespart werden müsse, um den maroden Haushalt zu entlasten.
Antrag zu Vermarktungskonzept
Zum Beispiel am Museum Morsbroich. Zum Beispiel an der Musikschule. Zum Beispiel an der städtischen Kultur. Zum Beispiel an der freien Szene. Indes: „Diverse Annahmen und Schlussfolgerungen in dem übermittelten Bericht entsprechen nicht den Tatsachen und sind zum Teil offenbar durch Missverständnisse bei den Prüfern entstanden“, betonte Marewski. Soll heißen: Nach Meinung des Christdemokraten haben die Gutachter der KPMG versucht, eine Sparte nach Zahlen zu beurteilen, die nicht nur nach Zahlen, sondern vielmehr nach ihrem Wert für die Bildung bewertet werden müsse.
Zudem müsse beachtet werden, dass die „Kultur-Stadt-Lev“ (KSL), deren Institutionen in dem Gutachten hauptsächlich angegangen werden, dem Jahresabschluss 2015 nach zu urteilen einmal mehr „hervorragend gewirtschaftet“ habe. „Ihren Mitarbeitern ist in keinerlei Hinsicht ein Vorwurf zu machen.“ Deshalb stellten Marewskis CDU-Fraktion sowie die Vertreter der Grünen und von Opladen Plus einen Antrag, in dem sie die Rückgabe des Gutachtens an die KPMG und eine Berichtigung fordern. Angenommen wurde der Antrag bei einer Enthaltung mehrheitlich. Er wird demnächst im Rat verhandelt.
Erfahrung und Wissen aus Köln soll genutzt werden
Im selben Antrag forderten die Fraktionen, durch ein Marketing-Unternehmen ein so genanntes Vorabkonzept zur Vermarktung der städtischen Kulturstätten entwickeln zu lassen. Denn auf die Möglichkeiten einer anderen, besseren Vermarktung des Kulturangebotes gehe das KPMG-Gutachten überhaupt nicht ein, sagte Marewski. Es gebe beispielsweise eine Akademie für Event-Marketing in Köln sowie eine entsprechende Hochschule in Bergisch Gladbach. Und deren Erfahrung und Wissen solle man doch bitteschön nutzen.
Der Ausschussvorsitzende Albrecht Omankowsky pflichtete seinem Parteikollegen Marewski bei: „Vor einigen Wochen hörte ich von Besuchern des Museums, dass sie nach der Ausstellungsbesichtigung etwas essen wollten – das anliegende Restaurant aber geschlossen war.“ Das sei fatal. Ein Marketingkonzept würde Wege zeigen, wie so etwas vermieden und das Kulturangebot gut in Szene gesetzt werden könne.
