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Massiver GebäudeschadenGroßbrand in Burscheid

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Großbrand in Burscheid

Burscheid – Nächtlicher Großalarm für die Burscheider Feuerwehr im Luisental: In einem der älteren Gewerbegebiete Burscheids brannte ein Galvanikunternehmen. Beim Feuer in der Firma Hartchrom Fabatec im Colonia-Gewerbepark wurde niemand verletzt.

Die Feuerwehr löste einen stadtweiten Alarm aus und rückte mit sieben Löschzügen um kurz vor 3 Uhr ins Tal zwischen der Innenstadt und Paffenlöh aus. Mit zwei Drehleitern beregnete die Wehr das Firmengebäude und die angrenzenden Gewerbebetriebe mit viel Wasser. Um die Wasserversorgung sicher zu stellen wurden Schläuche von der Innenstadt ins Luisental hinunter gelegt. Mit einem Großaufgebot nahmen die Wehrleute die brennende Firma von mehreren Seiten in Angriff. Im Colonia-Gebäudekomplex gibt es auch eine Wohnung, die war in der Brandnacht leer, nur eine Katze musste die Feuerwehr herausholen. Laut Feuerwehr-Pressesprecher entstand ein massiver Gebäudeschaden, im Umfeld des Brandherdes herrscht aktuell Einsturzgefahr.

Schadstoffbelastung gemessen

Um 5.30 Uhr, es war schon hell, kam die Meldung „Feuer aus“. Mit einem Messwagen ließ die Feuerwehr in der oberhalb vom Tal gelegenen Straße Am Grießberg die Schadstoffbelastung in der Luft überprüfen. Die Schadstoffbelastung soll nicht gefährlich hoch gewesen sein, sagte der Pressesprecher. Brandgeruch war aber deutlichem wahrnehmbar. Die untere Wasserbehörde wurde alarmiert. Es drang kein Löschwasser nach außerhalb der Galvanik-Firma. Alles wurde aufgefangen und nun muss entschieden werden, ob man das Wasser in die Kanalisation ablassen darf. Mehrere Chrombäder der Produktionshalle waren mit Säure gefüllt, sie sollen aber dicht geblieben sein und trotz der Löscharbeiten nicht übergelaufen sein. Die Luisenstraße war über Stunden gesperrt.

Der Colonia Gewerbepark im Luisental wechselte vor zwei Jahren den Besitzer. Michael Schwarz kaufte das 8600 Quadratmeter große Gelände, auf dem 3600 Quadratmeter als Gewerbefläche ausgewiesen sind. Der Branchenmix sagte dem ehemaligen Bayer-Mitarbeiter und früheren Vorstandsvorsitzendem der Unabhängigen Wählergemeinschaft Burscheid zu. Zu den Mietern zählen neben dem Galvanisierbetrieb unter anderen auch ein Reifenhandel, Autowerkstatt, ein Rollerladen und das DGB-Berufsbildungswerk. „Wir können zur Brandursache noch gar nichts sagen, die Sachverständigen der Kripo ermitteln noch“, erklärte Ehefrau Gabriele Schwarz. Das Dach sei einsturzgefährdet. Und da Strom und Wasser in Folge des Brands komplett abgeschaltet werden mussten, sind auch die Nachbarbetriebe des Galvanikunternehmens vorübergehend nicht in Betrieb.

1920 gründete Max Kohl die Colonia Feinleder in Burscheid. Sein Bruder Louis machte Ende der 20er-Jahre eine GmbH daraus. 1992 kam es zur Insolvenz. 1995 wurde die Immobilie zwangsversteigert und der gesamte Betrieb zum Gewerbepark Colonia umgewandelt. Firmengründer Max Kohl wurde in Yad Vashem, der israelischen Gedenk- und Forschungsstätte für die Opfer des Holocaust als „Gerechter der Völker“ geehrt. Er hatte während des Zweiten Weltkriegs in Polen über 40 Juden unter eigener Todesgefahr das Leben gerettet. Nach ihm ist die Max-Kohl-Straße im Luisental benannt. (mit JAN)