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Müllsammelaktion in BurscheidEhering und Dose mit Goldherz gefunden

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Burscheid – Leni war mit zwei Jahren die jüngste Ehrenamtliche, die am Samstag beim „Frühlingsputz in Burscheid“ mitmachte. Aus der Ü-80-Fraktion dürften Grete und Kurt Heinrichs die ältesten Mitstreiter bei der Müllsammelaktion von „Radio Berg“ gewesen sein. Rund 50 Aktive hatten sich für die Aktion in der Innenstadt bei Claudia Himmen-Merten und Renate Bergfelder-Weiss in der Verwaltung angemeldet.

Doch es kamen noch viele spontan hinzu, um auf sechs Routen durch die Stadt zu ziehen. Ausgerüstet mit Handschuhen, Greifern und Müllsäcken sammelten sie achtlos weggeworfene Alltagsdinge wie Zigarettenkippen, Taschentücher, Glas oder Pappbecher ein. Leni war mit den Royal Rangers aus Hilgen unterwegs. 21 Kinder der Pfadfindergruppe machten mit, darunter die vier Kinder von Sven und Sarah Schmincke. Sie passten auf, dass die Kinder in der Gruppe blieben und nicht auf abgelegene Pfade oder gar die Straße gelangten.

Die Brutzeit der Vögel war nach Ansicht von Renate Bergfelder-Weiss kein Problem, da sich die Sammelaktion im Bereich der Innenstadt abspielte. Die Jugendfeuerwehr war darüber hinaus an der A-1-Brücke Lambertsmühle fleißig. Stadtjugend-Feuerwehrwart Frank Häbel konnte von Säcken voller Müll berichten, die die Kinder sammelten. Unter der Autobahnbrücke seien sie fündig geworden: Ein altes Rad, einen Eimer Beton und einen Sack mit Teerpappe fanden die Aktiven der Jugendfeuerwehr außerdem bei der Lambertsmühle.

Auch an der Autobahnauffahrt an der Griesberger Straße sammelte eine Gruppe und hatte alle Hände voll zu tun. Insgesamt über hundert Aktive – Lokalpolitiker, Verwaltungsmitarbeiter, Vereine, die Feuerwehr, das Jugendzentrum, Bürgermeister Stefan Caplan und viele Bürger, die spontan kamen, sammelten Müll. Der wurde an Sammelstellen deponiert und später vom Baubetriebshof eingesammelt. Eine Sisyphusarbeit ist das Sammeln zwar, da immer wieder neuer Müll entsteht, doch zieht Caplan aus bislang acht Sammelaktionen in Burscheid eine positive Bilanz. Insgesamt werde die Menge des gesammelten Mülls im Lauf der Jahre kleiner. An der Radtrasse schauten viele Ehrenamtliche als Radwegpaten mittlerweile regelmäßig, dass der Müll nicht überhandnehme. „Viele Bürger gehen mit einem kritischen Blick durch die Stadt und packen mit an, weil sie lieber handeln, statt nur zu meckern“, sagt Caplan.

Über einen besonders kuriosen Fund konnte Renate Bergfelder-Weiss beim anschließenden Treffen bei der Burscheider Tafel berichten, wo sich alle mit Erbsensuppe stärkten. Ein Döschen mit einem Goldherz und einem einzelnen Ehering sei gefunden worden und dies werde sie ebenso wie eine neue Brille im Fundbüro abgeben.

Auch das Höhendorf Witzhelden putzte sich heraus. Zum 29. Mal hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Putzaktion eingeladen. Diesmal gab es eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein Alter Wassertrum und den Boulespielern. Sigrid Weltersbach aus dem Vorstand des Verschönerungsvereins verteilte Greifer und Müllsäcke. Zumal am Straßenrand wurden die Ehrenamtlichen fündig – darunter ein totes Reh. Doris Harings verteilte an die Aktiven Wanderkarten und es ging vom Witzheldener Marktplatz aus auch auf die Wanderwege, die um den Ortskern herum führen. Sabine Sonnenberg brachte eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan mit, die seit Kurzem am Marktplatz über der Pizzeria wohnt. „Auch das Boulespiel wollen sie lernen“, so Sonnenberg. Zum Abschluss der Aktion trafen sich alle am Wasserturm und dem Bouleplatz.