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PfingstgottesdienstGeburtstagsmesse in der Idylle

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Singen im Freien war erlaubt Pfingstmontag beim Weg-Gottesdienst mit Pfarrerin Katrin Friedel (r.) in Dierath.

Burscheid – Der Pfingstgottesdienst in Dierath wurde die ganze Zeit über von querenden Radfahrern, Nordic-Walkern und diversen Tierlauten begleitet.

Wanderweg in idyllischer Natur

Denn Pfarrerin Katrin Friedel hatte sich für die rund 90 Teilnehmenden, darunter viele Kinder, etwas ganz Besonderes ausgedacht, um den Geburtstag der Kirche zu feiern. Unter dem Motto „Mit offenen Augen“ fand dieser nämlich in Form eines „Weg-Gottesdienstes“ auf dem kleinen Wanderweg rund um Dierath, in idyllischster Natur statt.

Friedel bezieht das Thema auf die Klimakrise, darauf, die Umwelt bewusst wahrzunehmen, denn beides habe etwas mit Verstehen zu tun.

Bewusst im eigenen Tempo gelaufen

An drei Stationen mit besonders viel Platz machte der geistliche Rundgang Halt und sammelte sich wieder in einem großen Kreis mit viel Abstand zum Singen und Beten, denn alle Menschen liefen ganz bewusst im eigenen Tempo.

Ein wenig aus der Übung

„Pünktlich hierfür ist das Singverbot aufgehoben und wir dürfen im Freien endlich wieder zusammen singen“, freute sich Friedel. Nach so langer Zeit schien die Mehrheit fast schon ein wenig aus der Übung zu sein oder der Gesang dringt einfach nicht so gut durch die FFP2-Masken hindurch, weshalb das „Matheuschörchen“ unter der Leitung von Kantorin Silke Hamburger zur Unterstützung dabei war.

Tosender Applaus für den Kinderchor

Sie habe in den vergangenen Monaten mit den Kindern online geprobt und die Orgel mittels Bluetoothbox kurzerhand mitgebracht. Das machte sich bezahlt, denn der Kinderchor erntete tosenden Applaus.

Für unterwegs gab es neben der Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen auch einen Spezialauftrag: Es sollte ganz genau nach Tieren Ausschau gehalten werden, die vom Weg aus zu sehen sind. Anton (10) und Felix (11) aus Burscheid, denen der Weggottesdienst sehr gut gefiel, waren hier ganz vorne mit dabei: „Wir haben Schafe, Enten, Hühner, Käfer, Ameisen, Hunde, Katzen, Ziegen, Kühe und Vögel und sogar noch mehr gefunden.“

Singen im Freien war erlaubt Pfingstmontag beim Weg-Gottesdienst mit Pfarrerin Katrin Friedel (r.) in Dierath.

Ursula Görres-Glüsenkamp und Reinhold Glüsenkamp haben noch ein weiteres Tier oder eher ein ganzes Tiervolk sowie ein großes Modell einer Blüte mitgebracht. Er ist Imker und sie Umweltpädagogin. Zusammen hielten sie einen Gastvortrag, in dem es – passend zum Thema – um die Bedeutung der Bienen für den Menschen ging und dem alle gebannt lauschten.

„Es sind kleine soziale Tiere, deshalb merken wir es nicht so, wenn sie wegen uns in Bedrängnis geraten. Uns muss immer bewusst sein, dass es kein Obst mehr gäbe, wenn Bienen nicht wären.“ Als „Geschenk von den Bienen“, gab es am Ende für alle Kinder noch einen Apfel und alle anderen konnten sich auf Getränke freuen, sodass es fast gar nicht ins Gewicht fiel, dass zum Ende Regen einsetzte.