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SozialprojektKaffee, Werkzeug und mehr künftig im Burscheider Büdchen

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Nicole Wittmann bereitet das Burscheider Büdchen vor, das im August eröffnen soll.

Burscheid – Die Menschen hinter dem Ofen hervorzulocken, das ist für Sascha von Schwedler das Ziel. Gemeinsam mit Nicole Wittmann baut er das Projekt des Burscheider Büdchens an der Luisenstraße 23 d auf, um ab August vor allem Jugendliche aus dem Quartier zu erreichen, die es vielleicht ein bisschen schwerer als andere haben.

Nostalgische Erinnerungen

Die Mitarbeiter der katholischen Kirche stellten das Projekt im Schul- und Sozialausschuss gemeinsam mit Martin Schäfer von der katholischen Jugendagentur vor. Bereits in der Vergangenheit gab es in dem Ladenlokal einen Kiosk, der bei manchem Ausschussmitglied nostalgische Erinnerungen an Bonbons und Brause hervorrief.

Zusammenleben im Quartier

Nun wird an der Wiedereröffnung gearbeitet und Geld gibt es aus dem Landesprogramm „Zusammenleben im Quartier“, 90 Prozent der Kosten trägt das Land, zehn Prozent Burscheid. Mieterin des Ladenlokals ist die Stadt. Laut Schwedler soll es den Kaffee zum Mitnehmen, aber auch Werkzeug und andere Gegenstände des Alltags geben. Im Burscheider Büdchen sollen die Besucher in Kontakt kommen, auf 20 Quadratmetern soll ein Knotenpunkt für die aufsuchende Jugendsozialarbeit entstehen. „Wir sprechen mit dem Büdchen hoffentlich möglichst viele Personen an. Ich freue mich total auf das Projekt und darauf, etwas neues zu entwickeln“, sagte Nicole Wittmann.

Hoher Bevölkerungsanteil auf Grundsicherung angewiesen

Aktiv wurde man auch, weil der Sozialbericht des Kreises alarmierend war. Das Burscheider Zentrum Nord ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil von Bewohnern, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Der Altersdurchschnitt ist jedoch nicht hoch. Ein Drittel der Bewohner ist unter 30 Jahre alt. Die beiden Halbtagskräfte wollen künftig Ansprechpartner sein und knüpfen bereits erste Kontakte. Zielgruppen sind Alleinstehende, alleinerziehende Mütter oder Arbeitslose. Die Öffnungszeiten sollen noch bekanntgegeben werden, ebenso wie der eigentliche Beginn des Projekts. Derzeit erarbeiten von Schwedler und Wittmann einen Stundenplan für ihre Einsätze in der Woche.

Büdchen ohne Barrieren

Aus Beratungsgesprächen mit dem Jobcenter ging hervor, dass viele der 15 bis 30-Jährigen Schwierigkeiten haben, sich zu beschäftigen und es Auffälligkeiten bei den Alltagskompetenzen gibt. Im Büdchen soll es keine Barrieren geben, das Angebot ist niederschwellig.