Eiko Scharfenberger im „Gut Landscheid“Neuer Sternekoch in Burscheid gibt Tipps zum Weihnachtsmenü

Der Sternekoch kreiert seine Gerichte jetzt in Gut Landscheid in Burscheid.
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Burscheid – Wander- und Lehrjahre in Rodalben nahe Pirmasens, Fährhaus Munkmarsch auf Sylt, Restaurant Vendôme in Schloss Bensberg, Schlosshotel Lerbach, Hotel zur Post Odenthal, Grubers Restaurant in Köln sowie weitere Engagements als „Freelancer“ vor allem im Süden. Und jetzt „Gut Landscheid“ in Burscheid: Für den gelernten Koch und Konditor, Eiko Scharfenberger, war das häufige Umziehen kein Problem. Überall lernte er dazu und konnte seine Ideen umsetzen. Nun ist der 37-jährige Pfälzer an einem Punkt angelangt, wo er als ausgewiesener Teamplayer Kunst und Richtung einer Küche bestimmen kann: „Ich will die deutsche Küche neu interpretieren. Dazu gehören natürlich überwiegend frische regionale und internationale Zutaten.“
Ein Restaurant müsse kein Gourmettempel sein, sondern ein Treffpunkt für alle, die einfach lecker essen wollen: „Das Haus muss für etwas stehen.“ Sein kreatives Credo zielt darauf ab, traditionelle Gerichte raffiniert zu gestalten. Frei nach dem Motto „Für jeden Geldbeutel gilt Qualität und Kreativität.“ Dass Scharfenberger in Burscheid etwas bewirken kann, hat er in Vorgesprächen mit dem Inhaber von Gut Landscheid, Kurt Lammert, und seinem Geschäftsführer Ali Sevinmez deutlich gespürt: Sie kamen seinem Ehrgeiz entgegen, mit dem Team in der obersten Liga zu spielen.
Sicherlich „geadelt“ wurde er unter anderem durch die prima Zusammenarbeit mit den älteren Meisterköchen im Bergischen wie etwa Joachim Wissler, Dieter Müller, Gebrüder Wilbrand oder Franz A. Gruber in Köln. Auch diese Visitenkarten ließen die „Landscheider“ aufhorchen. Mit 27 Jahren erhielt er seinen ersten Michelin-Stern: „Das war für mich Anerkennung und Ansporn zugleich.“ In seiner Bergisch Gladbacher Zeit lernte er seine künftige Ehefrau Joana kennen. Mittlerweile ist die kleine Familie mit zwei Kindern – die jüngste ist sechs Monate alt – in Much sesshaft geworden. „Ein Häuschen etwas näher an Burscheid wäre schön“, so der Sternekoch.
Sauberkeitsfanatiker
Joana ist gelernte Hotelfachfrau und hält ihrem Eiko den Rücken frei. Schließlich ist Scharfenberger derzeit von morgens Früh bis zum späten Abend in Burscheid. Erst wenn die Restaurantküche piekfein sauber ist, fährt er über die Autobahn nach Hause. In der Küche samt Kühlhaus hat er sich als Sauberkeitsfanatiker erwiesen. Ebenso prüft er unter anderem penibel die angelieferten Waren eines regionalen Landwirtes: „Man darf nichts dem Zufall überlassen.“ Ohne eine gewisse Sturheit funktioniert das nicht.
Das fünfköpfige Küchenteam – Anfang des Jahres wird es durch zwei weitere Köche aufgestockt – muss schließlich nicht nur Tagungsteilnehmer und Hochzeitsgesellschaften beköstigen, sondern auch die „normalen“ Besucher. Ein Blick über den Tellerrand macht’s deutlich. Ein Matjes nach Hausfrauenart kann ganz pfiffig inszeniert werden. Ebenso muss ein Sauerbraten aus Kalbbäckchen trefflich munden. „Unsere Gäste sind begeistert“, sagte gestern Restaurantleiter Martin Proll. Entsprechend strahlt der neue Stern weithin in die Region. Nicht nur an Weihnachten.
Ein exklusives Rezept des Sternekochs Eiko Scharfenberger finden Sie im nächsten Abschnitt.
