Abo

Zeltlager der JugendfeuerwehrBesser als mit Bademantel und Gartenschlauch

2 min

An langen Tafeln trifft man sich zum Mittagessen.

Burscheid – „Habt ihr alle Sturmbespannung drauf?“, fragte Bürgermeister Stefan Caplan bei der Eröffnung des großen Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr. Und über das riesige Feld schmetterte ihm ein beherztes „Jaaaa“ entgegen.

450 Jugendliche sind dabei

Indigoblau hatte sich der Himmel bewölkt, eine frische Brise zog auf und die riesige Wiese von Bauer Frank Paas in Löh, direkt oberhalb der Autobahn bekam einige Tropfen ab, als Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden das Zeltlager feierlich eröffnete.

Einige Haken an den zelten wurden nachjustiert, die Pavillons und Bierbänke für die Ehrengäste mussten schnell beiseite geräumt werden. Und schon bald waren die rund 450 Jugendlichen und ihre 130 Betreuer unter sich. 75 Mannschaftszelte, ein Küchenzelt und Einrichtungen für Sanitäranlagen und die Müllbeseitigung bilden bis Sonntag eine kleine Stadt.

Gruppen des THW machen mit

Neben den Rheinisch-Bergischen Jugendfeuerwehren nehmen auch die Jugendgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) aus Wermelskirchen und Bergisch Gladbach sowie die Jugendfeuerwehr aus Leverkusen teil. Der Ausrichter ist die Jugendfeuerwehr Burscheid, die in diesem Jahr 60. Geburtstag feiert. Wehrleiter Achim Lütz und sein Stellvertreter Klaus Kopisch begrüßten die Jugendlichen und Organisator Thomas Hildebrand und sein Helferteam, die bereits seit Monaten die Großveranstaltung planten und vorbereiteten.

Ehrung für Bäckerei Kretzer

Kreisjugendfeuerwehrwartin Susanne Dahl und ihr Vertreter Peter Czychun ergriffen bei der Eröffnung zudem die Gelegenheit einen treuen Begleiter der Zeltlager zu ehren. Bäcker Richard Kretzer erhielt zum Dank für seine unbürokratische Unterstützung die Floriansmedaille, die an Personen verliehen wird, die zwar nicht aktiv bei der Feuerwehr sind, diese aber aktiv unterstützen.

„Als es 2009 bei mir in der Backstube brannte, konnte ich im Bademantel und mit dem Gartenschlauch nicht viel ausrichten“, sagte Kretzer. Seither wisse er, wie wichtig der ehrenamtliche Dienst der Wehr ist. Und Dahl brachte diese große gesellschaftliche Bedeutung auch den Jugendlichen gegenüber zum Ausdruck. Das Zeltlager sollten die Gruppen aus unterschiedlichen Kommunen nutzen, um Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen, Spaß zu haben. „Ihr Jugendlichen seid in jeder Hinsicht unsere Zukunft“, sagte Dahl. Landrat Stefan Santelmann hob hervor, wie wichtig es sei, junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern.

Olympiade für die Nachwuchswehr

Mit einer Olympiade verausgabten sich die Teilnehmer am Freitag, sei es beim seitlichen Kistenstapeln, dem Hütchenmemory oder dem Kegeln mit dem Feuerwehrschlauch. „Hoffentlich sind die schön müde, dann ist es in den Zelten was ruhiger“, sagte Jugendwart Czychun. Am Samstag geht es mit Wettbewerben der Leistungsspange weiter. Das ist die höchste Auszeichnung, die ein Jugendfeuerwehrangehöriger erreichen kann.