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Erst geliehen, nun geschenkt

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Stadtdirektor Markus Märtens (links) mit Silke Jansen, der Leiterin der Lanxess-Bildungsinitiative, und Patrick Riedel.

Stadtdirektor Markus Märtens (links) mit Silke Jansen, der Leiterin der Lanxess-Bildungsinitiative, und Patrick Riedel.

  • Lanxess hat die "Com-Box" gekauft und der Stadt übergeben - In dem Container können Flüchtlinge Deutsch lernen

Zunächst war es eine Leihgabe. Nach einem Jahr ist ein Geschenk draus geworden. Die "Com-Box", in der vor allem - aber nicht nur - Flüchtlinge Deutsch lernen können, gehört nicht mehr Lanxess, sondern der Stadt. Der Container mit 18 Tablet-Computern drin, auf denen Sprachlern-Programme laufen hat sich bewährt und muss auf jeden Fall bleiben. Da waren sich am Dienstag alle einig.

"Die Com-Box kam genau zur richtigen Zeit", sagte Marijanne Knauff: "Es gab kaum Lehrmittel, die Verlage hatten gerade erst angefangen, sich auf die Flüchtlinge einzustellen", berichtete die Leiterin der Abteilung Sprache und Qualifizierung beim Job-Service Leverkusen. Die stadteigene Gesellschaft ist dazu da, Menschen ins Arbeitsleben zu begleiten. Dazu zählen natürlich Flüchtlinge. Und deshalb wurde die Com-Box auf den JSL-Betriebshof in der Rathenaustraße gestellt. Mitarbeiter machen den Stundenplan oder sorgen dafür, dass dieses besondere Sprachlabor auch außerhalb der Betreuungszeiten zugänglich ist.

Das war schnell notwendig, berichtete Ralf Winterscheid. "Nach zwei, drei Wochen" hätten sich die Vorteile der Com-Box herumgesprochen. Das Deutsch lernen mit Tablet aber ohne Lehrer fasziniere manche Benutzer geradezu: Zwei, drei Stunden brächten viele in dem Container zu. "Wir mussten einige Teilnehmer geradezu in die Pause reinzerren", sagte der Betreuer. Gut am Selbstlern-Konzept sei noch etwas Anderes: "Die Leute helfen sich gegenseitig." Und zwar über Kulturgrenzen hinweg.

Thomas Schorn, der den JSL-Bereich Beschäftigung leitet, hat noch etwas Anderes bemerkt: "Man hört immer mehr deutsche Wortfetzen." Die Com-Box wirkt. Patrick Riedel hörte das sehr gern. Er ist im Vorstand des Vereins "Integration von Flüchtlingen", der über Deutschland verteilt sieben Com-Boxen aufgestellt und Lanxess erst auf die Idee gebracht hat, so etwas auch am größten Produktionsstandort des Spezialchemie-Konzerns aufzustellen. Mit dem Labor soll Flüchtlingen ermöglicht werden, die Wartezeit auf den staatlich geförderten sinnvoll zu nutzen. Der Verein beschafft die Container samt Innenleben und stellt auch den Internet-Anschluss zur Verfügung. Dafür fällt normalerweise eine Miete an, die bisher von Lanxess übernommen wurde. Jetzt hat das Unternehmen den Container gekauft und an die Stadt weitergereicht. In Geld ist das Geschenk um die 15 000 Euro wert. Wie viel es den Menschen gibt, die im Schatten der Doktorsburg Deutsch lernen, lässt sich nicht beziffern.

Die "Com-Box" steht in der Rathenaustraße 87 im Hof. Ansprechpartner beim JSL ist Ralf Winterscheid.

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