Abo

2022 in LeichlingenDie vielen Baustellen schreiben Stadtgeschichte

2 min
Die 30 Meter lange, schwarze Regenwasser-Zisterne aus Kunststoff wird von einem Autokran im alten Stadtpark abgesenkt.

Ein Koloss als Reaktion auf den Klimawandel: Die 65.000 Liter fassende Zisterne, die im alten Stadtpark verbuddelt wird, um Regenwasser aufzufangen und Überflutungen zu vermeiden.

2022 war das Jahr, in dem in Leichlingen mehrere Großbaustellen das Stadtbild bestimmt haben. Sie markieren einen Aufbruch in der Stadtentwicklung.

Gut möglich, dass Historiker in einigen Jahrzehnten voller Respekt auf 2022 schauen. Denn mit Abstand betrachtet wird sichtbar werden, dass in diesem Jahr in Leichlingen eine Ära des Aufbruchs begonnen hat, wie es sie seit den 1970er-Jahren, als Rathaus, Cremers Weiden und Schulzentrum entstanden, und seit der Fertigstellung des Brückerfeldes 1987 in der Stadtentwicklung nicht mehr gegeben hat.

Kräne und Bagger beherrschen das Stadtbild in Leichlingen

Die Vielzahl der Großbaustellen, die mit ihren Kränen, Lkw-Kolonnen und Absperrungen aktuell das Stadtbild trüben, schreiben jetzt Geschichte. Die Stadt bekommt gerade zwei neue Parkanlagen mit Spielplätzen, ein neues Hallen- und Freibad, eine neue Sporthalle in der Balker Aue, eine neue Fuß- und Radbrücke und an der Wupper ein großes (Kritiker befürchten angesichts der wachsenden Baukörper: überdimensioniertes) Wohn- und Geschäftszentrum mit öffentlichem Terrassengarten und Supermarkt.

Symbolischer erster Spatenstich für die neue Sporthalle in der Balker Aue mit Vertretern von Stadt und Baufirma.

Symbolischer erster Spatenstich für die neue Sporthalle in der Balker Aue.

In den nächsten Jahren kommen zudem unter anderem mehrere neue Kindertagesstätten, eine modernisierte Festhalle, zwei Jugendfreizeittreffs und zwei soziokulturelle Bürgerbegegnungsstätten im alten Rathaus und in der Butterküche Witzhelden sowie ein umgestalteter Marktplatz hinzu. Danach ist irgendwann auch ein neues oder saniertes Rathaus fällig und soll die renaturierte Diepentalsperre aufblühen.

Blick vom abgebrochenen Schwimmeister-Haus Richtung Umkleidetrakt und Kiosk, die stehenbleiben.

Auch das Freibadgelände ist eine Großbaustelle.

Diese städtebauliche Kraftanstrengung wird von ökologischen, politischen und finanziellen Herausforderungen begleitet, wie es sie ebenfalls schon seit Generationen nicht gegeben hat. Die Millionenschäden der Hochwasser-Katastrophe müssen ebenso bewältigt werden wie die Folgen des Krieges in der Ukraine. Geflüchtete von dort und aus anderen Krisengebieten der Welt sind zu versorgen. Klimawandel und Energienotstände erzwingen Katastrophenschutz-Pläne, von denen man dachte, dass man sie nie wieder aktivieren müsse.

Bei alldem steckt Leichlingen den Kopf nicht in den Sand, sondern investiert in die Zukunft und geht mit dem ehrgeizigen Projekt einer „Blau-grünen Klimaachse“, mit einem bundesweit geförderten Modellprojekt einer „Schwammstadt“, voran. Auch dafür ist 2022 der Grundstein gelegt worden – in Gestalt der Mega-Zisterne im Stadtpark.