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LeichlingenContainer sollen die Kindergarten-Not lindern

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Kita-Container ohne Baustellen-Ambiente: Die Igelgruppe vom Büscherhof fühlt sich wohl in ihrem Domizil.

Kita-Container ohne Baustellen-Ambiente: Die Igelgruppe vom Büscherhof fühlt sich wohl in ihrem Domizil.

Leichlingen – So erfreut man im Rathaus über viele Geburten und den Zuzug junger Familien ist, weil sie ja auch ein Bekenntnis zum beliebten Wohnumfeld der Blütenstadt sind – die Stadt kann gar nicht so schnell Kindergartenplätze schaffen, wie Eltern in der Schlange stehen.

Von einer nicht abebbenden Welle von Anmeldungen und Rechtsansprüchen überrollt, muss die Verwaltung weitere Notgruppen installieren, um den Andrang zu bewältigen: Am Hammer und an der Uferstraße werden zwei Container aufgestellt, in denen für eine Übergangszeit von zwei Jahren jeweils bis zu 25 Kinder über drei Jahren betreut werden können.

Eltern von 39 Kindern in der Klemme

Denn der parallel betriebene Bau neuer Kindertagesstätten dauert zu lange. In Leichlingen sind aktuell schon jetzt Eltern von 39 Kindern in der Klemme, weil sie bei der Vergabe der zu knappen Plätze fürs nächste Kindergartenjahr leer ausgegangen und nun auf Tagespflegestellen, auswärtige oder familiäre Lösungen angewiesen sind. Der Jugendhilfeausschuss stimmte den beiden Notunterkünften zu, die Anfang 2019 bezogen werden sollen:

-> Die Elterninitiative Flohkiste erweitert ihre Tagesstätte hinter dem Bürgerhaus Am Hammer um eine Gruppe in einem Container, den die Stadt unmittelbar neben der Kita aufstellt. Da sich das Außengelände dadurch verkleinert, wird ein etwa 200 Quadratmeter großer Streifen des angrenzenden Feldes in die Anlage einbezogen.

-> An der Grundschule Uferstraße steigt der Verein „Die Quelle“, der bisher die Offene Ganztagsschule betreut, in den Tagesstättenbetrieb ein. Er wird Träger einer Containeranlage auf dem Außengelände, die auch einen zusätzlichen Raum für den Offenen Ganztag bekommen wird. So sollen die drei Einrichtungen zu einem „Haus der Bildung“ zusammenwachsen.

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Die Finanzierung der zusätzlichen Gruppen will die Stadt komplett übernehmen. Die Verwaltung sei den beiden Vereinen sehr dankbar für ihre Bereitschaft, zusätzliche Plätze zu schaffen, sagte Fachbereichsleiter Ingolf Bergerhoff in der Ausschuss-Sitzung. „Wir suchen weiter händeringend Plätze“, sagte auch Sarah Trump vom Jugendamt.

Bedenken, dass Container eine Unterbringung zweiter Klasse seien, zerstreuten beide mit dem Hinweis auf den Fertigbau, mit dem die Stadt unlängst ihre Kita Büscherhof erweitert hat und der alles andere als eine behelfsmäßige Blechhütte ist. Das hier stehende Modell der Firma Bolle, mit Gruppen- und Büroraum, Küche und Toiletten auf 131 Quadratmetern, gilt als vorbildlich und ist innen so schick und modern, dass sich die Erzieherinnen und Kinder der Igelgruppe hier pudelwohl fühlen. Dieses Exemplar will die Stadt weiterhin einsetzen.

Mit den beiden jetzt genehmigten zusätzlichen Containern ist die Notlage nicht bewältigt. Sie sind nur eine Zwischenlösung. Bereits beschlossen sind die Aufstellung eines Fertigbau-Pavillons an der evangelischen Kita Brückenstraße und die Eröffnung einer Waldgruppe in Kuhle.

Am Wilhelm-Gödderts-Weg, im Wohngebiet Am Rombergsweiher und an der Grundschule Uferstraße plant die Stadt den Neubau von drei- bis viergruppigen Kitas. Die Flohkiste erwägt einen dauerhaften Ausbau ihrer Einrichtung. Und die SPD hat aktuell die Balker Aue als weiteren Standort vorgeschlagen.

In Bennert werden keine Bauwagen aufgestellt

An der Grundschule in Bennert werden nun doch nicht zwei Bauwagen aufgestellt, um mehr Plätze für die Offene Ganztagsschule zu schaffen. Wie die Verwaltung dem Schulausschuss berichtete, habe sich dieser Plan als nicht zweckmäßig erwiesen, weil die Platzierung von zwei Anhängern bei der Aufsicht durch eine alleinige Betreuerin problematisch wäre. „Das war ein falscher Ansatz“, bedauerte Amtsleiter Hubert Knops.

Mit dem Träger der Ganztagsbetreuung, der evangelischen Kirchengemeinde, und der Schulleitung wurde eine Alternative gesucht und gefunden: Auf dem Gelände wird stattdessen nun ein Containerbau errichtet, der 20 Kindern Platz bieten wird. Er kann voraussichtlich aber erst Anfang 2019 in Betrieb genommen werden. Vorübergehend sollen die zusätzlichen OGS-Kinder in Klassenräumen der Grundschule betreut werden. (hgb)

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