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Trotz Corona und HochwasserLeichlinger Künstler trotzen allen Widerständen

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„Ansichtssache“ heißt dieses Werk von Irmgard Kaduk, das Rebecca Hermann im Rahmen der Jahresausstellung im Bürgerhaus präsentiert.

Leichlingen – „Chance eines Gesprächsangebotes an Bürgerinnen und Bürger“ – so betitelte Susanne Wedewer-Pampus, Vorsitzende des Leverkusener Kunstvereins, die 32. Jurierte Jahresausstellung Leichlinger Künstlerinnen und Künstler. 28 Kunsttalente stellen in den Räumlichkeiten des Leichlinger Bürgerhauses am Hammer bis zum 12. Dezember über 36 Werke aus und bieten dabei ein buntes Gemisch aus farbenfrohen Bildern, beeindruckenden Fotografien und ausgefallenen Skulpturen.

Hochwasser und Corona

Auch wenn es sich um eine Traditionsveranstaltung handelt, die sich selbst durch Corona nicht hat aufhalten lassen, war das Event in diesem Jahr mit vielen Hindernissen verbunden: Wegen des Hochwassers kann die untere Etage des Bürgerhauses nicht wie gewohnt zur Ausstellung genutzt werden und Corona hat es unmöglich gemacht, eine große Veranstaltungsfeier zu erlauben.

Große Bandbreite

Doch davon lassen sich die Beteiligten nicht unterkriegen: Im kleinen Rahmen und unter Einbehaltung von Maskenpflicht und 2G-Regel haben die ausstellenden Kreativen am Sonntag gemeinsam die offizielle Eröffnung mit klangstarker musikalischer Untermalung von Marius Pietruszka am Klavier und Sängerin Amaka vorgenommen. In seinem Begrüßungswort erklärte der Leichlinger Bürgermeister Frank Steffes, dass er froh sei, die Ausstellung endlich wieder in echt bewundern zu können: „Im letzten Jahr musste wegen Corona alles virtuell laufen. Das war auch eine tolle Sache, aber in echt ist es einfach noch einmal etwas ganz anderes.“

Kunst in echt zu erleben, miteinander darüber zu sprechen und auch einmal darüber miteinander zu streiten, dass sei ein ganz entscheidend wichtiger Aspekt demokratischer Gesellschaften, erklärte auch Wedewer-Pampus: „Gerade in Zeiten, in denen sich die Fronten so verhärten, müssen wir für eine Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks kämpfen.“ Diese Bandbreite lässt sich im Ausstellungsprogramm durchaus finden.

Aktuelle Themen verarbeitet

Obwohl sich die meisten Werke mit aktuellen Themen auseinandersetzen, finden sie doch alle einen unterschiedlichen Ansatz daran: Während die einen die diesjährige Flutkatastrophe und Corona verarbeiteten, haben sich wieder andere Künstlerinnen und Künstler der Darstellung unserer Umwelt, unserer Mitmenschen und des Stadtlebens gewidmet. Auch die Juryauswahl war entscheidend, um dieser Vielfalt gerecht werden zu können: „Wir haben uns bewusst für eine Jury entschieden, die mit verschiedenen Hintergründen und Perspektiven zusammenkommt, um eben auch möglichst jedes Kunstformat würdigen zu können“, so Rebecca Hermann vom Leichlinger Kulturbüro, die die Organisation des Projektes geleitet hat.

Schwierige Auswahl

Diese Jury setzte sich schlussendlich aus den beiden Künstlern Annebarbe Kau, Harry Plein und Susanne Wedewer-Pampus als Kunsthistorikerin zusammen. Das eingespielte Team hatte mit mehr als 100 Einsendungen einiges zu tun. „Wir haben Werke gesucht, die handwerklich gut gearbeitet sind, aber darüber hinaus auch im Kopf bleiben und etwas auf den Punkt bringen“, so Wedewer-Pampus.

Wer sich von diesem Konzept selbst überzeugen möchte, kann unter Einhaltung der 2G-Regeln die Ausstellung bis zum 12. Dezember besuchen und Werke erwerben. Jeden Tag stehen Künstlerinnen in den Räumlichkeiten bereit, um ihre Arbeiten zu kommentieren.