Im Rahmen des Leichlinger Orgelsommers spielte der Kirchenmusiker Bernhard Herzog Stücke von Bach, Mozart, Brahms und Reger
OrgelsommerBernhard Herzog gibt Konzert in Leichlingen

Bernhard Herzog gibt ein Konzert in der evangelischen Kirche in Leichlingen
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„Meine Orgelsachen sind schwer, es gehört ein über die Technik souverän herrschender geistvoller Spieler dazu“, schrieb Komponist Max Reger 1900 in einem Brief an einen Freund. Ein solcher Spieler ist Bernhard Herzog, der am vergangenen Freitag ein Orgelkonzert in der evangelischen Kirche in Leichlingen im Rahmen des Leichlinger Orgelsommers gab. Anlässlich des 150. Reger-Jubiläums in diesem Jahr hatte Herzog ein Programm zusammengestellt, dem er den Titel „Max Reger und seine Vorbilder“ gegeben hatte.
80 Besucherinnen und Besucher freuten sich an diesem Abend auf Stücke von Bach, Mozart und Brahms. Dazwischen zogen sich Regers Kompositionen, wie „Morgenglanz der Ewigkeit“ oder „Ein feste Burg ist unser Gott“ wie ein roter Faden durch das Programm. Schließlich setzte Herzog seinem Konzert mit dem letzten Stück die Krone auf und gab Regers „Introduktion und Passacaglia in d-moll“ zu Besten. „Als ich Max Reger damals gehört habe, habe ich wenig verstanden, dieses war das erste Stück von Reger, in das ich mich damals verliebt habe“, schwärmt Bernhard Herzog, „es ist schön klar strukturiert und ich finde es einfach großartig.“ Auch die Zuhörer sind begeistert. „Das letzte Stück war beeindruckend und ein würdiger Höhepunkt des Konzerts“, sagt einer.
Bernhard Herzog begann 2019 das Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Mainz. Er hatte bereits zweimal den ersten Platz im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ belegt, 2018 in der Wertung Orgel solo und 2019 in der Wertung Ensemble Alte Musik (Cembalo). Herzog spielte unter anderem schon in Münster, Mainz und seiner Geburtsstadt Weimar, in Leichlingen sei es sein erstes Konzert gewesen. In seiner Kindheit hatte Bernhard Herzog Klavierunterricht genommen, sagte aber, dass er von der Orgel schon immer fasziniert gewesen sei. „Ich war schon immer häufig in der Kirche und die Orgel ist mir dort selbstverständlich aufgefallen. Bei der Orgel bilden Raum und Klang eine Einheit, das ist bei keinem anderen Instrument so.“ Bezüglich seiner musikalischen Zukunft ist der Musiker bescheiden. „Es ist noch nichts Genaues geplant, wo ich spielen möchte. Ich spiele gerne überall dort, wo ich eingeladen werde und lerne gerne neue Leute kennen“, so Herzog.
Leichlinger Orgelsommer
Bereits seit über 30 Jahren gibt es die Veranstaltungsreihe „Leichlinger Orgelsommer“, die von der evangelischen Kirchengemeinde organisiert wird. Die Reihe hat acht Konzerte. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die kirchenmusikalische Arbeit der Gemeinde wird aber gebeten. Den Orgelsommer gab es auch während der Corona-Pandemie, „dann eben mit Abstand und unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen“, erzählte Carsten Ehret-Pyka vom Organisationsteam. Nur 2021 musste man die Reihe verschieben – aufgrund der Hochwasser-Katastrophe. „Wir haben hier ein sehr begeistertes Publikum, viele kommen immer wieder und wir erhalten positives Feedback“, so Ehret-Pyka. Meist kommen 80 bis 90 Zuhörer. Nach dem Konzert sind alle Besucher zu einem Sekt oder Saft auf dem Kirchplatz der evangelischen Gemeinde eingeladen.
Die nächsten Veranstaltungen beginnen jeweils freitags um 19 Uhr am 28.7., 4.8. und 11.8. Themen sind (in dieser Reihenfolge) „Neuss -Seriöses und Heiteres – kann das eine Orgel?“, „Orgel und Elektronik“ sowie „Leichlingen – Bach trifft das 21. Jahrhundert“.
