Der Antrag der Jamaika-Ratskoalition, eine Städtepartnerschaft mit einem Ort in der Ukraine einzugehen, wird von allen befürwortet. In Leichlingen bahnt sich somit die vierte Partnerstadt an.
Partnerstadt gesuchtLeichlingen nimmt Kontakt mit der Ukraine auf

Das Schild mit den Wappen der Partnerstädte vor dem Leichlinger Rathaus muss erweitert werden, wenn ein Ort in der Ukraine hinzukommt.
Copyright: Ralf Krieger
Leichlingen soll eine Partnerstadt in der Ukraine bekommen. Dieser Antrag der Jamaika-Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP fand in der Sitzung des Sozialausschusses ungeteilte Zustimmung, auch bei der Verwaltung. Bürgermeister Frank Steffes (SPD) ist sogar schon vorab tätig geworden, hat Kontakt mit der bundesweit tätigen Vermittlungsagentur aufgenommen und die Blütenstadt als interessierten Partner angemeldet. Eine Antwort steht noch aus.
Um die Kontakte in die von der russischen Armee angegriffene Ukraine kümmert sich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ mit der Engagement Global gGmbH. Aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis ist in diesem Jahr bereits die Kreisstadt Bergisch Gladbach voran gegangen und hat eine Verbindung mit Butscha besiegelt.
Verwaltung hat die Eckdaten über Leichlingen schon übermittelt
Das Zeichen der Solidarität will nun auch Leichlingen setzen. Welcher Ort Interesse an einer Verbindung hätte und zur Blütenstadt passen würde, muss abgewartet werden. In die Datenbank der gemeinnützigen Global GmbH sind Einwohnerzahl, Lage, Historie, Wirtschafts- und Strukturdaten eingegeben worden.
Wenn es klappt, wäre ein Ort in der Ukraine die vierte Leichlinger Partnerstadt und die erste in Osteuropa.
- Die älteste Freundschaft besteht seit 1964 mit Marly-le-Roi in Frankreich im Umland von Paris.
- 1979 ist der Vertrag mit dem englischen Henley-on-Thames, 58 Kilometer nahe London in der Grafschaft Oxfordshire gelegen, besiegelt worden.
- 1996 kam Funchal, die portugiesische Inselhauptstadt von Madeira, hinzu.
Der Verwaltung ist es wichtig, dass auch eine Städtefreundschaft mit der Ukraine „von unten“ mit Leben gefüllt und gepflegt wird, sagte Bürgermeister Steffes. Der Kontakt dürfe sich nicht auf die offizielle bürokratische Ebene beschränken. Das bedeutet: Es soll ehrenamtliches Engagement geben, Bürgerreisen, am besten auch Austauschprogramme unter Jugendlichen, Schulen und Vereinen. Dazu sollte sich analog zu Marly, Henley und Funchal auch ein Förderverein bilden.
Auf die Frage, ob es in der Politik bereits Kontakte mit daran interessierten Bürgerinnen und Bürgern gäbe, mussten die Vertreter der Ratsfraktionen zunächst aber passen. Die Stadtverwaltung will als nächstes einen Aufruf an die Bevölkerung starten, sich zu melden. Die SPD, die den Antrag unterstützte, regte an, von Anfang an auch den Integrationsrat und den Arbeitskreis Städtepartnerschaften einzubinden. Es müsse mehr geschehen, „als nur den Namen aufs Ortsschild zu schreiben“, sagte Ratsherr Tobias Rottwinkel.

