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Rathaussturm in LeichlingenDer Wolf hat die Macht an Märchenprinz Mark abgegeben

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Das Prinzenpaar Mark und Tanja heben den symbolischen Rathausschlüssel hoch, neben ihnen steht auf der Bühne der Wolf kostümierte Bürgermeister Frank Steffes.

Der als Wolf kostümierte Bürgermeister Frank Steffes hat die Maske fallengelassen und den goldenen Rathausschlüssel an Mark I. und Tanja I. übergeben.

Leichlingen ist mit dem Rathaussturm im Toscana-Festsaal in den Karneval gestartet. Das Prinzenpaar versteigert sein Maskottchen für die Frühgeborenen-Hilfe.

Die Leichlinger Jecken sind gut unterwegs. Sie folgen ihrem Prinzenpaar bis in die Toscana. Die Befürchtung, dass der Umzug des Rathaussturms in die gleichnamige Halle an der Opladener Straße, im Gewerbegebiet weit weg vom gewohnten Festzelt im Zentrum, dem traditionellen Auftakt der tollen Tage schaden würde, haben die Närrinnen und Narren am Donnerstag zerstreut.

Das schunkelnde Jeckenvolk ist nach zwei Jahren Corona-Pause offenkundig in großer Feierlaune und hatte die ersten Pittermännchen schon leer, bevor der Prinz den Rathausschlüssel erobert hatte. Die von der Eventagentur Ischerland mangels Zelt angemietete Party-Location war am Weiberfastnachts-Morgen mindestes so voll wie sonst das Zelt.

Mit den Leichlinger Tanzgarden des JTSC und TSV, der Opladener Stadtgarde und dem Heimspiel der Kinderprinzen-Schwestern Fin(ya) I. und Luna I. hat der Saal auch diese närrische Feuerprobe bestanden.

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Und für die Karnevalsfeten am Abend und nach dem Zug am Samstag ist hier viel mehr Platz. Der erste Orden und Tusch des Tages gebührte daher Geschäftsführerin Daniela Ischerland, die sich getraut hat, in die Sause zu investieren. Werner Fuchs, der Präsident der Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK), zeichnete sie aus und kündigte an, dass es im nächsten Jahr wieder ein Partyzelt im Zentrum geben soll – und zwar im dann neu gestalteten alten Stadtpark.

Der Ortswechsel hat allerdings Bürgermeister Frank Steffes beunruhigt. Ist er es sonst gewohnt, bei der Verteidigung der Stadtmacht von seinen Rathaus-Truppen unterstützt zu werden, blieben die diesmal lieber im Tal: Sobald um 10 Uhr Dienstschluss war, feierten die kostümierten Kolleginnen und Kollegen im Foyer und ließen den Chef im Stich.

Der Wolf von Haus Vorst und sieben Geislein aus der Vespa-Gang

Steffes hatte sich als veganer Wolf von Haus Vorst verkleidet und schlich sich mit tierischen Geleitschutz in den Saal. Das Motto der Session in der Blütenstadt lautet ja „Gute Laune, Sonnenschein, hier wird es wie im Märchen sein“. Und darum machte er auf Wolf und die sieben Geislein und scharte die „Fanta 7“ um sich. In den Ziegenfellen steckte seine so genannte private Vespa-Gang, mit der er sonst auf Mopedtour geht.

Angst vor den Gehörnten hatten Prinz Mark I. und seine Tanja I.  aber keine Spur. Es waren wie so oft die Ehrensenatoren, die das Herz des Bürgermeisters brachen und ihn mit einem Scheck zur Herausgabe des goldenen XXL-Rathausschlüssels überredeten: Mit 333 Euro fütterten sie den Spendenbär, mit dem das Prinzenpaar durch die Säle zieht, um Geld für die Frühgeborenen-Station des Klinikums Leverkusen zu sammeln.

Als Großeltern von drei Frühchen engagieren sich Mark und Tanja Lützenkirchen für diesen Zweck. Das Maskottchen Bärbelchen ist mit Autogrammen von Bands und Rednern beschriftet – Bernd Stelter, Guido Cantz, Marita Köllner und Lupo haben sich schon darauf verewigt. Es wird für die Frühchenhilfe versteigert. Auf der Facebook-Seite des Prinzenpaares kann man mitbieten. Bei der Nubbelverbrennung am Veilchendienstag wird der Erlös übergeben.

Der Abend am 21. Februar wird auch aus einem anderen Grund spannend: Wie zu hören ist, stehen bereits Regenten für die nächste Session in den Startlöchern: Ab 19 Uhr soll im Bistro Lanzelot ein neues Dreigestirn bekannt gegeben werden.

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