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Politik sperrt sichStadtsportverband Leichlingen möchte den dreifachen Zuschuss

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Mädchen beim Turnen auf dem Sportplatz bei der Feriensportaktion in Leichlingen 2015

Um Feriensportaktionen und die Belegung von Hallen und Sportplätzen kümmert sich der Stadtsportverband in Leichlingen, der Dachverband der Vereine.

Mit den seit Jahren gewährten 4000 Euro Zuschuss von der Stadt kommt der Leichlinger Sportverband nicht mehr hin. 2023 soll es den dreifachen Betrag geben. 

Der Stadtsportverband Leichlingen (SSV) erhält für seine Tätigkeit 2023 einen deutlich höheren Zuschuss als bisher. Wie viel Geld genau es sein wird, steht aber noch nicht fest. Denn Verwaltung und Politik wollen die tatsächlich nötigen Ausgaben und mögliche Einnahme-Verbesserungen zuvor noch einmal mit Geschäftsführer Michael Goldmann besprechen. 

Der Dachverband der Leichlinger Sportvereine hatte eine Verdreifachung des Betrages von 4000 auf jährlich 12.000 Euro beantragt, um seine gestiegenen Ausgaben auszugleichen. Der fachlich zunächst zuständige Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport hatte diesen Wunsch bei seinen Haushaltsberatungen Anfang November auch noch einstimmig genehmigt. Gleichzeitig wurde aber beschlossen, dass die Stadtverwaltung mit dem Verband über ein solideres Finanzierungskonzept spricht und nach Verbesserungen auf der Einnahmenseite suchen soll.

Bis zu 12.000 Euro stehen zur Diskussion

Diese Auflage ist in den nachfolgenden Etatberatungen noch verschärft worden. Denn den Ratsfraktionen ist die vorgelegte Kalkulationsbasis nicht schlüssig genug. Kritisiert wurde auch, dass über die Verwendung des Betrages keine spitze Abrechnung vorliegt, sondern nur eine pauschalisierte Zusammenstellung. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde ein Betrag von „bis zu 12.000 Euro“ im Etatentwurf für 2023 belassen, aber mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser bewirkt, dass der Zuschuss erst dann ausgezahlt werden darf, wenn SSV und Stadtverwaltung ein neues Finanzierungskonzept erstellt haben. Der geänderte Beschluss geht so in die noch nicht beendeten Etatberatungen des Rates, der abschließend über die erhöhte Förderung entscheidet.

Seit der Überflutung des Rathauses ist der SSV heimatlos. Die Räume im Tiefgeschoss an der Neukirchener Straße, wo er seine Geschäftsstelle hatte, sind bisher nicht saniert und können nicht benutzt werden. Der Vorsitzende Michael Goldmann berichtete in der Sportausschuss-Sitzung, dass die Arbeiten von Vorstand und Geschäftsführung seitdem an heimischen Schreibtischen erledigt werden und bereits privates Geld investiert wurde.

SSV verwaltet den Kalender der Sportstätten

Der Verband kümmert sich vor allem um die Belegung und Vermietung der Sportplätze und Turnhallen, die Koordinierung von Schul- und Vereinssport, die Abnahme von Sportabzeichen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, um Veranstaltungen, Wettbewerbe und die Betreuung der Vereine. Bereits seit fünf Jahren, so Goldmann, komme man mit dem lange nicht mehr erhöhten Zuschuss nicht mehr aus.

Nach der Aufstellung der Geschäftsstelle fallen monatlich für Lohn, Beiträge, Trainer und Homepage rund 950 Euro an Kosten an. Hinzu kämen Ausgaben für Ehrungen, Sportabzeichen und Feriensportangebote. Die Verwaltung hält den Wunsch des SSV nach einer höheren Zulage für nachvollziehbar und hat der Politik eine Zulage für nächstes Jahr empfohlen. Man strebt aber die Schaffung alternativer Einnahmequellen an, um die Belastung der Stadt in Grenzen zu halten. In den politischen Diskussionen wurde dabei auch ein finanzieller Beitrag der Vereine ins Gespräch gebracht.