Wupperbrücke bei Haasenmühle eröffnetKurverei über die Notbrücke hat ein Ende

Der Verkehr rollt zwischen Leichlingen und Solingen auf der Kreisstraße 1 wieder schnurstracks über die Wupper.
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Leichlingen – Bevor die ersten Autos über den frischen Asphalt fahren konnten, hatten Kanaldeckel und Regenwasser-Rohre auf der Kreisstraße 1 ihren Härtetest bereits überstanden: Ein heftiges Gewitter mit Hagel und Regenböen ging exakt um 14.30 Uhr, als sie feierlich eröffnet werden sollte, über der neuen Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath nieder. Stadtoberhäupter, Bauhandwerker und Medienvertreter, die sich schon in der Mitte versammelt hatten, flüchteten bei Blitz und Donner in ihre Autos oder den Baucontainer, bis das Schlimmste überstanden war.
Vier Solinger Scheren
Dann zückten die Offiziellen die (natürlich aus Solinger Schneidwarenindustrie stammenden) Scheren und schnitten das Absperrband in den NRW-Farben gemeinsam durch. Dazu waren vier Scheren nötig. Denn der Übergang an Stadt- und Kreisgrenzen ist ein Gemeinschaftswerk vieler Beteiligter.

Bürgermeister Frank Steffes (v.l.), der Solinger OB Tim Kurzbach und Amtsleiterin Irmhild Schürhoff vom Kreis griffen zur Schere.
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So schritten Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes, der Solinger OB Tim Kurzbach, Irmhild Schürhoff (Leiterin des Straßen- und Verkehrsamtes des Rheinisch-Bergischen Kreises), und Landtagsabgeordneter Rainer Deppe zur obligatorischen Tat.
Wenig später wurden die Baugitter zur Seite geschoben und der Neubau für die 2019 abgebrochene Brücke für den Verkehr geöffnet. Sie ist 14,5 Meter breit, hat eine Stützweite von knapp 58 Metern und auf einer Seite einen kombinierten Geh- und Radweg.
6,3 Millionen Euro
Das von den Technischen Betrieben Solingen federführend bearbeitete Großprojekt ist – trotz des aufwändigen Einbaus einer Behelfsbrücke und zwischenzeitlicher Hochwasserlagen – nach Angaben Kurzbachs fast im Rahmen geblieben. Die Bauzeit wurde knapp, um zwei Monate, verlängert. Die Baukosten inklusive der 1,8 Millionen Euro teuren Umleitungsbrücke belaufen sich nach aktuellen Rechnungen nun auf 6,3 Millionen Euro. Anfangs hatte man vor vier Jahren allerdings einmal gehofft, mit 5,3 Millionen auszukommen. 60 bis 70 Prozent der Kosten kamen als Förderung vom Land. Den Rest teilen sich Solingen und der Kreis.
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2017 fiel die Entscheidung, die Wupperbrücke der K1 zu ersetzen, weil Schäden am 60 Jahre alten Spannbeton Einsturzgefahr bargen. Ende 2018 wurde die Behelfsbrücke in Betrieb genommen. Der Abbruch, bei dem das Bauunternehmen Heitkamp zum Schutz der Wupper sorgsam mit dem Schutt umgehen musste, begann im Juli 2019.
Am Neubau werden jetzt noch kleinere Restarbeiten erledigt. Dann wird die Behelfsbrücke mit ihren kurvigen Zufahrten abgebrochen und das Umfeld im Naturschutzgebiet der Wupper renaturiert.



