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Festival boomt, Spielstätte wanktStart Festival in Leverkusen stellt sein Programm vor

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Christoph Böhmke zeigt das Plakat.

Christoph Böhmke Leitung Startfestival

Das Start Festival bringt internationale Künstler und genreübergreifende Formate nach Leverkusen und stößt auf große Nachfrage. 

Spannende Konzerte, starke Nachfrage: Wenn am 17. April das Startfestival 2026 von Bayer Kultur beginnt, zeigt sich Leverkusen als ambitionierter Kulturstandort. Doch während das Festival mit internationaler Strahlkraft punktet, steht ausgerechnet sein wichtigster Ort auf der Kippe: das Erholungshaus. Festivalleiter Christoph Böhmke macht deutlich, wie eng Erfolg und Unsicherheit derzeit beieinanderliegen. „Kulturförderung in der Region machen wir auch ohne das Erholungshaus, aber das ist natürlich schwieriger“, sagte er.

Unter dem Motto: „„So klingt fühlen“ verbindet das Startfestival klassische Konzerte mit unterschiedlichen Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder. Künstler wie der französische Cellist Gautier Capuçon oder Konzertspecials wie der Auftritt des US-amerikanischen Tubisten Joshua Williams mit der Jazzrausch Big Band stehen für den Anspruch, internationale Spitzenkunst nach Leverkusen zu bringen. Die  Preise sind vergleichsweise niedrig. 

Ermäßigte Tickets gibt es bereits ab fünf Euro, reguläre Karten kosten 22 Euro. Viele Veranstaltungen sind schon ausverkauft, darunter auch das Eröffnungskonzert am 17. April. Das Festival gastiert auch  in weiteren Städten wie Monheim, Dormagen, Berlin und Weimar. „Ich bin total überrascht, dass wir auch in Berlin so viel Nachfrage haben“, sagt Christoph Böhmke. Doch trotz dieser Expansion bleibt klar: Das Zentrum des Festivals liegt in Leverkusen. Vor allem im Erholungshaus.

Gespräche mit offenem Ausgang

Die Spielstätte ist nun Gegenstand intensiver Verhandlungen. Bayer als Eigentümer und die Stadt Leverkusen führen derzeit Gespräche über die Zukunft des Gebäudes. Jeweils drei Vertreter beider Seiten sitzen am Tisch, die Gespräche verlaufen laut Christoph Böhmke konstruktiv. Das Ziel ist klar formuliert: Innerhalb von 90 Tagen soll eine Entscheidung fallen. Bereits Ende Mai könnte feststehen, wie es weitergeht. „Ich finde es wichtig, dass beide Seiten wieder miteinander sprechen“, betont der Festivalleiter. Doch trotz des positiven Tons bleibt die Unsicherheit bestehen. „Es kann immer noch sein, dass wir das Haus Ende des Jahres schließen.“

„Wir trennen uns von Immobilien, die wir für unsere Arbeit nicht mehr brauchen."
Christoph Böhmke, Leitung Startfestival

In den vergangenen Jahren habe Bayer viel in den Erhalt des Gebäudes investiert. Gleichzeitig verfolge der Konzern eine klare Linie im Umgang mit seinen Gebäuden. „Wir trennen uns von Immobilien, die wir für unsere Arbeit nicht mehr brauchen“, sagt Christoph  Böhmke. Damit steht das Erholungshaus beispielhaft für eine grundlegende Frage: Wie viel Infrastruktur braucht Kultur und wer trägt die Verantwortung dafür?

Kulturförderung mit Grenzen

Für die Kulturszene in Leverkusen wäre ein Verlust des Erholungshauses ein tiefer Einschnitt. Doch der Wunsch nach Begegnung und Austausch bleibt: „Wir wollen Menschen eine Tür aufstoßen, die sie so noch nicht kennen“, beschreibt Christoph Böhmke den Anspruch des Programms. Musik solle neue Perspektiven eröffnen und Räume schaffen, in denen sich Menschen emotional näherkommen.

Parallel zur Diskussion um das Gebäude richtet Christoph Böhmke auch den Blick auf das Thema Förderung. „Die Vereine müssen ihre Rolle aus sich heraus annehmen“, sagte er. Förderung sei möglich, eine vollständige Finanzierung jedoch nicht. „Wir müssen schauen, dass wir die Geschichte nach vorne erzählen."