Der Hindenburgpark liegt mitten in der Kolonie III. Die Verwaltung will mal sehen, ob sie dort etwas verbessern kann.
Hindenburgpark in WiesdorfDefekte Toiletten und Barrieren: Das wird sich nicht ändern

Der Hindenburgpark in der Kolonie III in Wiesdorf
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Der Hindenburgpark in Wiesdorf wäre gleich in mehrfacher Hinsicht für die Mitglieder der Bezirksvertretung I diskussionswürdig. Ein Antrag der SPD holt da zu einem Rundumschlag aus: Zu dunkel, nicht barrierefrei, die kaputten Toiletten verkommen immer weiter, und: wünschenswert wären Basketballkörbe, so die Liste des Antrags. Mit fast allen Vorschlägen stießen sie auf eher zähe Reaktionen beim Verwaltungs-Sprecher. Am Parkeingang an der Friedlieb-Ferdinand-Runge-Straße ist es laut SPD stockdunkel, ein Angstraum, man will zwei Leuchtkörper mit Bewegungsmeldern.
Verwaltung: Park ist bewusst dunkel gehalten
Der Park an sich sei bewusst dunkel gehalten, so die Aussage der Verwaltung, außerdem gebe es in der städtischen Beschwerdestelle keine Anfrage für eine Lampe für die Ecke. Man will mal prüfen, was Lampen an der Straße kosten würden.
Die gewünschte Barrierefreiheit werde für den Park kaum herzustellen sein, so die Verwaltung. Die Rasenfläche mit einem Spielplatz, einer Blühwiese, einem Bolzplatz und einem Hain liegt um ein paar Meter tiefer als die Kolonie. Nur Treppen führen hinab. Um das zu ändern, müssten ziemlich lange Rampenbauwerke entstehen, was kaum ohne Baumfällungen zu machen wäre. Überdies steht der Park, wie die ganze Kolonie III, früher „Johanna“, unter Denkmalschutz. Der Hindenburgpark ist nach dem Militaristen Paul von Hindenburg benannt, der als Reichspräsident 1933 eine verheerende Entscheidung fällte: vor 100 Jahren ernannte er Hitler zum Reichskanzler. Eine Erklär-Tafel zum Namensgeber gibt es aber nicht im Park.
Schon im vergangenen Winter debattierten die Mitglieder der Bezirksvertretung über die Toilettenanlage im Hindenburgpark. Die sind nicht zu restaurieren, es sei denn, die Stadt mache eine sechsstellige Summe locker – was illusorisch ist. Ob man den Abgang zum Abort dann nicht vielleicht zuschütten könne? Dort lägen Kondome und manchmal Spritzen. Vor dem Verfüllen müsste man vermutlich erst die Toilettentüren zumauern.
Man will im Park mal insgesamt gucken, was sich verbessern ließe, so die etwas unscharfe Äußerung des Verwaltungsvertreters. Man einigte sich darauf, zwei Basketballkörbe an die Schultore zu montieren – wenn’s geht, auch wenn sich der Rasen kaum zum Dribbeln eignen dürfte. Es klang nicht so, als würde im Hindenburgpark viel passieren.
