Für den Hitzeaktionsplan wurden Maßnahmen in vier Kategorien erarbeitet.
Folgen des KlimawandelsLeverkusen legt ersten Hitzeaktionsplan vor

Trinkwasserbrunnen sind eine wichtige Maßnahme gegen Hitzegefahren.
Copyright: Bild: Ralf Krieger
Dass es auch in Leverkusen immer wärmer wird, ist angesichts wegen Glatteis und Schnee geschlossener Schulen aktuell ein recht fernliegender Gedanke. Dennoch sind die Auswirkungen des Klimawandels ein Fakt. Deswegen hat sich die Stadt mit einem ersten Hitzeaktionsplan auf die nächsten Hitzeperioden vorbereitet.
Erarbeitet wurde dieser vom Leverkusener Gesundheitsamt mit Unterstützung von Experten weiterer städtischer Fachbereiche. Darin werden zum einen die Auswirkungen von Hitze auf die Bevölkerung Leverkusens dargelegt und konkrete Maßnahmen zur Hilfe aufgelistet.
„Ziel des Plans ist es, Leverkusen auf die steigenden Temperaturen vorzubereiten und die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen“, fasst Alexander Lünenbach, Beigeordneter für Bürger, Umwelt und Soziales, zusammen.
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Für den Hitzeaktionsplan wurden Maßnahmen in vier Kategorien erarbeitet: Risikokommunikation, Bewältigung von Akutereignissen, langfristige Anpassung und Monitoring.
Risikokommunikation
Auf der städtischen Homepage werden Informationen zum Thema Hitze und Hitzegefahren aufgelistet – etwa, wo sich kühle Orte und Refill-Stationen für Trinkwasser befinden. Eine „Hitzeknigge-Broschüre“ gibt es auch in gedruckter Form.
Bewältigung von Akutereignissen
Akute Hitzewarnungen durch den Deutschen Wetterdienst werden von der Stadt über verschiedene Kommunikationswege verbreitet: über die städtische Homepage, die Social-Media-Kanäle, aber auch über die App „Gut versorgt in Leverkusen“. Haus- und Fachärztinnen und -ärzte, ambulante Pflegedienste und Pflegeheime und andere Akteure sollen als Multiplikatoren dienen. Das „Hitzetelefon“ unter 0214 06 33 333 dient als niederschwelliges Angebot für Informationen zum Hitzeschutz.
Maßnahmen zur langfristigen Anpassung
Die positiven Effekte von Begrünung gegenüber Asphalt und Schotter sind bekannt: Kühlung der direkten Umgebung durch Verschattung, Verdunstung, vermehrte Wasserspeicherung und geringere Hitzespeicherung. Außerdem verbessern Pflanzen die Luftqualität, stärken die Biodiversität und den Wasserhaushalt. Mit Förderprogrammen für Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung hat die Stadt nach eigenen Angaben unterstützt, dass mehr als 2.100 Quadratmeter auf privaten Flächen im Stadtgebiet begrünt werden konnten. Im Haushaltssicherungskonzept sei das aktuell nicht mehr möglich, soll aber, sobald es die Haushaltslage zulässt, wieder aufgenommen werden, heißt es im Hitzeaktionsplan. Fördermöglichkeiten von Land und Bund sollen gezielt gesucht werden.
Zudem soll Hitzeschutz in der städtischen Bauleitplanung bei neuen Flächen als ein wichtiger Aspekt planerisch berücksichtigt werden. Im Strategieprozess „Leverkusen 2040+“ werde das Thema Hitzeschutz mitbetrachtet.
Monitoring
Der Hitzeaktionsplan soll dauerhaft auf seine Wirksamkeit überprüft und aktualisiert werden.
Dr. Mirja Stevens, Leiterin des Leverkusener Gesundheitsamtes, fügt hinzu, dass für Risikogruppen noch weitere Maßnahmen ergriffen werden: „Insbesondere Seniorinnen und Senioren, kleinere Kinder, chronisch kranke Menschen oder Wohnungslose sind von sehr heißen Temperaturen und länger andauernden Hitzewellen besonders betroffen. Hier ist das Risiko deutlich höher, dass Hitze ernste gesundheitliche Folgen haben kann.“
