In Freudenthal findet Unterricht statt, in verschiedensten Fächern. Der Sensenhammer trägt damit zur schulischen Bildung bei. Das muss erhalten bleiben.
KommentarDer Sensenhammer in Leverkusen ist ein kostengünstiges Klassenzimmer


Jungen und Mädchen im Sensenhammer während einer Schreibwerkstatt mit Autor Christian Linker im Jahr 2022
Copyright: Ralf Krieger
Es geschieht nicht oft, dass sich eine Schulleiterin so ausdrücklich und offen in eine politische Debatte einmischt. Umso mehr sollten die Argumente von Mareen Lethaus für den Erhalt der Stellen im Industriemuseum Sensenhammer aufhorchen lassen. Denn sie hat ja recht: Live zu erleben, wie ein Seilzug funktioniert, ist etwas völlig anderes als sich so etwas im Lehrbuch anzulesen. Und „praxisnahe und handlungsorientierte Lernangebote“, wie sie schreibt, sind nicht nur für Hauptschüler, sondern für Mädchen und Jungen aller Schulformen oft der Weg, Unterrichtsstoffe viel besser zu erfassen als im Klassenzimmer ihrer Schule.
Apropos Klassenzimmer: Der Sensenhammer ist genau das. Er ist Kunstatelier genauso wie Physikfachraum, Geschichtsort genauso wie Techniksaal. Und im Vergleich mit egal welchem Klassenraum in egal welcher Schule der Stadt ist dieses multifunktionale Klassenzimmer auch noch konkurrenzlos günstig. Der Förderverein trägt schließlich die gesamte Infrastruktur.
Schulische Bildung ist aber eine Pflichtaufgabe der Stadt, keine freiwillige Leistung. Und wenn diese schulische Bildung im Industriemuseum viel effektiver funktioniert als im Klassenzimmer, sollte die Stadtspitze mit Fantasie und Kreativität ans Werk gehen und überlegen, wie es möglich ist, das Museum institutionell zum Teil der Schullandschaft der Stadt zu machen. Da könnte die Stadtverwaltung glatt etwas von den Tausenden Schülerinnen und Schülern lernen, die in den vergangenen Jahren Physik, Geschichte, Kunst und andere Fächer im Museum hatten.
