KreisparteitagLeverkusener CDU eröffnet den Wahlkampf – Kernthema Mobilität

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Männer bei einer Podiumsdiskussion

Diskussionsrunde zum Thema Mobilität: Stefan Hebbel, Michael Mager, Kurt Krefft, Peter Seven und Marc Kretkowski (von links)

Es ist noch mehr als ein Jahr bis zur Kommunalwahl, doch der Wahlkampf hat bereits begonnen.

Verstopfte Straßen, löchrige Radwege, verspätete Züge – wie kann Leverkusen es schaffen, eine vernünftige Mobilität für alle zu erreichen? Diese Frage stellt die CDU in das Zentrum ihres Kreisparteitages in Rheindorf.

Um Straßen und Umwelt vom Autoverkehr zu entlasten, müssten mehr Menschen auf öffentlichen Nahverkehr umsteigen. So wie Michael Mager, Leiter des Arbeitskreises „Mobilität“ der CDU. Von seinem Arbeitsweg von Schlebusch nach Frankfurt am Main lege er „keinen Meter mit dem Auto zurück“. Aber zufrieden macht ihn das nicht, wenn er regelmäßig an den Bahnhöfen Leverkusen-Manfort, Mitte oder Köln-Deutz steht und auf Züge wartet, die gar nicht oder viel zu spät kommen. 

„Darunter, dass der S-Bahn-Verkehr so schlecht läuft, leiden auch wir“, sagt Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski vor rund 60 CDU-Mitgliedern in der Rheindorfer Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt. „Es bringt den Leuten nichts, wenn sie mit der Wupsi gut zum Bahnhof kommen, aber von da nicht weiter.“ Mit der Entwicklung seines Unternehmens ist Kretkowski äußerst zufrieden. Die Wupsi habe in den letzten fünf bis sechs Jahren ihre Leistung um 50 Prozent erhöht, dazu liefen Fahrradverleihsystem und Carsharing äußerst erfolgreich.

Wenn ich in Köln oder Düsseldorf sechs Euro Parkgebühren die Stunde bezahle, überlege ich eher, auf den Zug umzusteigen
Marc Kretkowski

Wie bekommt man dennoch mehr Menschen in Bus und Bahn? „Eine Maßnahme wäre, den Individualverkehr restriktiver zu behandeln“, sagt Kretkowski. In Leverkusen komme man überall gut mit dem Auto hin und könne dann noch günstig parken. „Ein Euro die Stunde in der Innenstadt. Wenn ich in Köln oder Düsseldorf sechs Euro die Stunde bezahle, überlege ich eher, auf den Zug umzusteigen“, gibt Kretkowski zu bedenken – auch wenn er persönlich nicht dafür sei, Menschen über Restriktionen in den ÖPNV zu zwingen.

Sorge vor bevormundenden Staat

Davon ist auch Unternehmer Peter Seven gar nicht begeistert: „Die Leute lehnen den bevormundenden Staat ab, dann laufen nur noch mehr zur AfD.“ Außerdem seien viele Gewerbetreibende dringend auf das Auto angewiesen: „Meine Mitarbeitenden können nicht zehn Maschinen von 100 Kilo ins Lastenrad oder den Bus packen“, sagt der Heizungsbauer. Auch entsprechender Parkraum sei für die Wirtschaft von großer Bedeutung. Aber natürlich würde er sich auch freuen, wenn die Straßen nicht so voll wären. Dafür plädiert er für eine bessere Fahrradwegeinfrastruktur.

Und ist damit natürlich auf einer Linie mit Kurt Krefft, der seit 15. Mai gemeinsam mit Uwe Witte eine Doppelspitze im Vorsitz des ADFC Leverkusen führt. Baustellen gebe es genug: „Man kann zum Beispiel nicht sicher von Schlebusch nach Opladen mit dem Fahrrad fahren.“ Aber bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr „wird jetzt eh nichts mehr passieren“, fürchtet Krefft. 

Mehr als ein Jahr vor jener Wahl befindet sich Stefan Hebbel als designierter Oberbürgermeisterkandidat der CDU schon im Wahlkampf, gibt einen Ausblick auf seine Themen: Maßnahmen gegen Missbrauch von Leistungen, ohne sich dafür in die rechte Ecke drängen zu lassen. „Wir stehen in der Mitte und werden nicht weichen.“

Einen Landschaftsplan, der die örtlichen Landwirte nicht an ihrer Arbeit behindert. Eine Hitdorfer Fähre, die fährt. Die Neuordnung der Wiesdorfer City. Er wolle da sein, wo die Probleme sind, sagt Hebbel. Am 14. September will er bei der Aufstellung im Saal Norhausen sein Wahlprogramm genauer erläutern.

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