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WohnungsmangelBündnis fordert mehr bezahlbaren Wohnraum in Leverkusen

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Wohnungen in Leverkusen, Nobelstraße

Wohnungen an der Nobelstraße (Symbolbild)

Ein Bündnis von Sozialverbänden, dem Deutschen Mieterbund NRW und dem DGB in NRW fordert vor der Kommunalwahl mehr sozialen Wohnungsbau in der Stadt.

Kurz vor der Kommunalwahl machen Sozialverbände, der Mieterbund und der Deutsche Gewerkschaftsbund mit dem Bündnis „Wir wollen wohnen!“ Druck auf die Kommunen, damit mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. Auch in Leverkusen, so das Bündnis, seien die Mieten seit 2021 um durchschnittlich 18 Prozent gestiegen. Die Leerstandsquote bei Mietwohnungen liege in der Stadt bei nur 1,1 Prozent, also unter den von Fachleuten empfohlenen drei Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Das deute auf einen angespannten Wohnungsmarkt hin.

Nach einer Studie der landeseigenen NRW-Förderbank fällt bis 2030 knapp ein Drittel aller Sozialwohnungen aus der Preisbindung (29,1 Prozent). Diese Wohnungen können dann zu Marktpreisen vermietet werden. Jochem Witzke, Sprecher des Bündnisses und Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW, sieht die Stadt und die Bewerber um kommunalpolitische Mandate hier in der Pflicht. „Das Thema Wohnen gehört ganz oben auf die kommunalpolitische Agenda. Wer zur Kommunalwahl antritt, muss sagen, wie er oder sie bezahlbares Wohnen sichern will und kann nicht nur auf Bund und Land verweisen.“

Der öffentliche Wohnungsbau müsse von kommunalen Wohnungsbauunternehmen ausgeweitet werden. Das weiß man auch bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WGL. Allerdings beklagt die WGL, dass das öffentliche Fördergeld für den sozialen Wohnungsbau nicht ausreiche. Zudem ist das Unternehmen selbst sehr damit beschäftigt, die Zahl ihrer barrierefreien Wohnungen im Bestand zu vergrößern – angesichts der alternden Mieterinnen und Mieter ein wichtiges Ziel.

Manuela Küpper, Geschäftsführerin des Mietervereins Leverkusen, fordert angesichts einer wachsenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, die von ihren Mietkosten überfordert sind, den Kampf gegen Wohnungslosigkeit zu intensivieren. „Präventiv Wohnungsverluste zu vermeiden, ist erstes Mittel der Wahl. Falls das nicht möglich ist, schnell eine neue Wohnung zu beschaffen, braucht es ein strukturiertes Angebot bei uns in Leverkusen. Die Landesinitiative 'Endlich ein Zuhause' bietet beides erfolgreich. Wir sehen den nächsten Stadtrat in der Pflicht, das Angebot nachhaltig im kommunalen Haushalt zu verankern“, so Küpper laut der Mitteilung des Bündnisses.