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Kommentar

Stadtverwaltung
Fataler Eindruck der fehlenden Ernsthaftigkeit in Leverkusen

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Das Leverkusener Rathaus

Das Leverkusener Rathaus

Im Rathaus wollte man die seit Monaten währende Krise in der Stadtspitze als Chance aufgreifen und neu über ihre Struktur nachdenken. Das ging daneben.

Seit Monaten wurde in der Stadtverwaltung darüber nachgedacht, wie die Krise in der Stadtspitze mit zwei von vier vom Dienst freigestellten Dezernenten gelöst werden könnte. Das Pilotprojekt, mit dem ausprobiert werden sollte, ob die Aufgaben der Kämmerei nicht auf die anderen Dezernate verteilt werden könnten, schien ein kluger Weg. Auch deshalb, weil die tief in den roten Zahlen steckende Stadt so ein Dezernentengehalt weniger hätte ausgeben müssen.

Doch über die Begeisterung für diese Lösung des Problems geriet offenbar völlig aus dem Blick, dass mindestens ein Beigeordneter einer Großstadt gewisse besondere Jobvoraussetzungen mitbringen muss, die in der Gemeindeordnung des Landes festgehalten sind.

Nun wird niemand den Beschäftigten der Stadtverwaltung, unter denen gewiss auch Verwaltungsjuristen sind, oder der Verwaltungsspitze selbst unterstellen, dass sie ihre Arbeit nicht mit großem Ernst zum Wohle der Stadt erledigen. Das Fatale daran, dass es erst eines Hinweises aus der Bezirksregierung bedurfte, bis der Verwaltung aufging, dass ihr charmanter Lösungsweg nicht funktioniert, ist der Eindruck, den so etwas hinterlässt. Ob aus Köln eine Ausnahmegenehmigung kommt? Da ist Skepsis angebracht.