Der erste Planungsbeschluss ist sechs Jahre her, aus einem kleinen Mensa-Anbau ist mittlerweile ein kompletter Neubau geworden.
KGS Burgweg LeverkusenNoch eine neue Planung für Rheindorfer Schule

So sah die Planung für den Anbau mit Mensa unten und Unterricht oben im Jahr 2022 aus. Nun wird komplett neu geplant.
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Sechs Jahre nach dem ersten Planungsbeschluss stehen an der Katholischen Grundschule Burgweg in Rheindorf noch immer keine Baukräne. Stattdessen berät die Politik dieser Tage über eine grundlegende Kehrtwende: Anstelle eines Ausbaus schlägt die Stadtverwaltung nun einen Neubau vor.
2020 klang das Vorhaben noch überschaubar: Die provisorische Essensausgabe in einem umfunktionierten Raum sollte mit einem Anbau mit einer Mensa für 120 Schülerinnen und Schüler behoben werden, Kosten rund 1,62 Millionen Euro. Im November 2020 stimmte die Bezirksvertretung I dem Planungsbeschluss zu, Baubeginn war für Sommer 2022 vorgesehen, die Fertigstellung für Anfang 2024.
Dann wurden die Pläne überarbeitet, weil auch die Klassenräume zu knapp wurden: Der Mensaanbau sollte um zwei Geschosse aufgestockt werden. Die Fläche vervierfachte sich auf rund 1027 Quadratmeter, die Kosten stiegen auf 4,4 Millionen Euro.
Architekturbüro scheidet aus
Vom Baubeginn 2022 blieb nichts übrig. Das beauftragte Architekturbüro schied auf eigenen Wunsch aus dem Projekt aus. Ein neues Planungsteam musste per Vergabeverfahren gefunden werden. Das wiederum sah sich neuen gesetzlichen Anforderungen an die Klimaneutralität gegenüber und musste das Konzept grundlegend überarbeiten. Ein Baubeschluss sollte dann bis Februar 2025 vorliegen.
Doch während der Neuplanung wurde deutlich: Das Bauwerk aus den 1960er-Jahren ist den neuen Klimaanforderungen kaum gewachsen: Es kann in seiner aktuellen Form weder eine Photovoltaikanlage noch eine Dachbegrünung bekommen. Eine neue Wärmepumpe müsste „deutlich überdimensioniert“ werden, um Neu- und Altbau zu versorgen. „Vor dem Hintergrund dieser unerwartet aufwendigen Sanierung muss alternativ auch der Neubau des Schulgebäudes in Betracht gezogen werden“, heißt es in der aktuellen Verwaltungsvorlage.
Stadt plädiert für Neubau
Die Vorlage, die zunächst im Finanz-, Bau- und Bildungsausschuss diskutiert und am 18. Mai dem Rat zur Entscheidung vorgelegt wird, schlägt genau das vor: Variante II, den Neubau. Die Vorteile: moderne Raumgestaltung für zeitgemäßes Lernen, Kostensicherheit, Dachbegrünung und Photovoltaik – und kompaktere Baukörper, die mehr Freifläche lassen. Der Terminplan sieht darin den Baubeginn für Sommer 2029 vor, Fertigstellung Ende 2031.
Zwischen den Varianten Sanierung und Neubau sei nur ein „geringer Kostenunterschied zu erwarten“, heißt es in der Vorlage. Zahlen werden öffentlich nicht genannt, die Unterlagen weisen einen nicht-öffentlichen Anhang zur Gegenüberstellung der Kosten aus. Dazu sagt die Stadtverwaltung auf Anfrage, es liege nur für die Variante 1, also Sanierung und Anbau, eine ausführliche Kostenplanung vor. „Für die seitens der Verwaltung favorisierte Variante 2 ‚Neubau‘ liegt aktuell nur eine Konzeptplanung mit groben Kostenschätzungen vor.“ In der aktuellen Vorlage gehe es um eine Grundsatzentscheidung, wie es mit dem Projekt weitergehen solle. Da die Kosten nicht für beide Varianten gleichermaßen genau ermittelt sind, würden diese noch nicht öffentlich gestellt.
Beantragt werden jetzt zunächst weitere Planungsmittel: 700.000 Euro in diesem Jahr, eine Million Euro 2027 – zusammen 1,7 Millionen Euro, um die Planung bis zum eigentlichen Baubeschluss fortzuführen. Dieser soll dann als kombinierter Planungs- und Baubeschluss kommen, damit keine weitere Verzögerungsrunde entsteht.
