Das Stepptanz-Spektakel „Rhythm of the Dance“ verwandelt das Erholungshaus am Samstagabend in einen irischen Festsaal. Von der ersten Minute an trägt die Show das Publikum fort, tief hinein in einen Rhythmus, der in die Beine geht.
Rhythm of the DanceStepptanz in Leverkusen im Takt der grünen Insel

„Rhythm of the Dance“ entfacht mit rasantem Tanz, Live-Musik und jugendlicher Dynamik ein mitreißendes Kulturerlebnis im Erholungshaus.
Copyright: Timon Brombach
Mit sportlicher Wucht stürmt das Ensemble der National Dance Company of Ireland zu Beginn auf die Bühne. Die Tänzer bewegen sich wie Hochleistungssportler, leichtfüßig und dynamisch zugleich, viele von ihnen sind auffallend jung, alle beherrschen ihre Bewegungen mit hoher Präzision, jeder Klick der Stepschuhe ist messerscharf gesetzt. Die Gruppe ist keine staatliche Institution, sondern eine privat produzierte, international tourende Tanzcompagnie, die seit über 25 Jahren weltweit auftritt. Schon nach den ersten Live-Trommelschlägen klatscht das Publikum im Takt, wenn die Stepper in perfekter Synchronität über das Parkett fegen – fast scheinen sie zu fliegen. Eindringlich wirken die stilleren Momente, in denen ein einzelner Tänzer auf einem hölzernen Podest den Rhythmus vorgibt. Das Publikum hält den Atem an, dann verbinden sich technische Meisterschaft und pure Lust an Bewegung.
Von keltischen Mythen zu glitzernder Moderne in Leverkusen
Der„Rhythm of the Dance“ erzählt letztlich die irische Kulturgeschichte. Die Inszenierung verbindet traditionelle Stepptanzformen mit zeitgenössischer Bühnensprache und lässt Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Choreografisch geprägt von Doireann Carney, einer erfahrenen Größe aus dem Umfeld von „Riverdance“, vereint das Programm komplexe Irish-Step-Technik mit Elementen des Modern Dance. Anmutige Linien gehen nahtlos in athletische Kraft über. Tänzer gleiten zu melancholischen Live-Klängen durch projizierte Ballsäle, um im nächsten Moment in rasanten Formationen über die Bühne zu jagen. Céilí-Tänze, also Volkstänze, treffen auf moderne Stepp-Sequenzen.

„Rhythm of the Dance“
Copyright: Timon Brombach
In einer rein akustischen Passage formen die Tänzer mit ihren Schuhsohlen einen rhythmischen Chor auf Holz, dann lädt ein furioses Duell mit dem traditionellen Bodhrán-Trommler das Erholungshaus auf. Projektionen und Licht führen neben in klassische Tanzsäle und durch nebelige Landschaften.

Bei „Rhythm of the Dance“ tragen Männer Röcke
Copyright: Timon Brombach
Nach der Pause schlägt die Ästhetik einen neuen Ton an: Glitzernde Kostüme, reflektierende Pailletten und eine zeitgenössische Choreografiesprache bestimmen das Bild. Die irischen Wurzeln bleiben dabei in jedem Takt hörbar. Im Finale fegen alle Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam in atemberaubendem Tempo über die Bühne und reißen den Saal mit.
Erholungshaus: Irischer Stepptanz in Perfektion
Den inneren Puls der Show gibt die Live-Band auf der Bühne vor. Flöte, Akkordeon, Gitarre und die irische Rahmentrommel Bodhrán füllen den Saal mit dem vollen Klangspektrum keltischer Musik. Feurige Reels und Jigs wechseln mit getragenen Balladen. Die Musiker gestalten diesen ständigen Stimmungswechsel. Der Höhepunkt ist das Solo des Bodhrán-Spielers, der dem Instrument eine beeindruckende klangliche Vielfalt entlockt. Mit Händen und Schlägeln formt er rhythmische Muster, die sich mit den Step-Schritten einer Tänzerin auf dem Podest verzahnen. Ein Moment kollektiver Begeisterung entsteht im Saal. Für Augenblicke fühlt sich Leverkusen wie ein irisches Dorf an.
