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Seit 40 Jahren die Tanzszene belebtInge Weber-Hintzen in Leverkusen ausgezeichnet

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Preisträgerin Inge Weber-Hintzen (links), Laudatorin Anne Linsel (rechts) und Roswitha Arnold vom Förderverein.

Preisträgerin Inge Weber-Hintzen (links), Laudatorin Anne Linsel (rechts) und Roswitha Arnold vom Förderverein.

Leverkusen – Einen Nachmittag gemütlich in einem Straßencafé sitzen und das bunte Treiben beobachten. Passanten schlendern in verschiedenen Rhythmen aneinander vorbei. Unterschiedlich bewegen sie ihre Hüften und ihre Arme im Takt zu den Schritten. „Jeder drückt sich mit den eigenen, natürlichen Bewegungen aus. Und diese natürliche Bewegung ist der Ausgangspunkt für Inge Weber-Hintzens Arbeit“, erklärte Kulturjournalistin und Publizistin Anne Linsel in ihrer Laudatio auf Inge Weber-Hintzen.

Seit 40 Jahren Tanzen gelehrt

Die Tanzpädagogin erhielt am Sonntag den Kurt-Lorenz-Preis für herausragendes Wirken in Leverkusen in der Kategorie Tanz, Tanzpädagogik, Tanzvermittlung. Damit ehrte die fünfköpfige Jury Weber-Hintzen für ihr Werk seit mehr als 40 Jahren in der Leverkusener Tanzszene.

„Mit zehn Jahren war mir klar, Bewegung ist mein Leben“, erklärte die Nachfolgerin von Eckhard Meszelinsky, dem Preisträger des Kurt-Lorenz-Preis im Jahr 2017 in der Kategorie Kulturveranstaltungen. Ballettschulen gab es für das Alter noch keine, also mussten Tänze vor imaginärem Publikum erst einmal reichen. In den Vereinssport ging es trotzdem. Erst zum Turnen, dann zur Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen.

Als Weber-Hintzen die Aufnahmeprüfung in Köln an der Else-Lang-Schule schaffte, war der Weg zum professionellen Tanzstudium geebnet. Sie setzte ihr Studium an der Folkwang-Schule in Essen fort.

Dank an Schlebuscher Turnverein

Besonderen Dank sprach die Tanzpädagogin am Sonntag dem Schlebuscher Turnverein für das Vertrauen in sie und ihre Arbeit aus. „Der Verein hat mir die Freiheit gegeben meine zahlreichen Bühnenprojekte zu verwirklichen. Und das zu einem für jeden erschwinglichen Preis“, bedankte sich Weber-Hintzen.

Entstanden sind in den vier Jahrzehnten der Zusammenarbeit insgesamt 35 Produktionen. Unterstützung erhielt sie in all den Jahren vor allem von ihrer Familie, den Handlungsgeschichten ihres Mannes, Bühnenbilder und Kostüme durch ihren Sohn und tänzerische Unterstützung von ihrer Tochter.

Inge Weber-Hintzen unterrichtet aktuell 170 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alter von vier bis 45 Jahren in ihrem Ballettensemble. Hinzu kommt noch das professioneller aufgestellte zehnköpfige Tanztheater. Grade einmal zwei Jungen befinden sich aktuell in der Tanzschule zum Bedauern der Tanzpädagogin. „Tanzen ist keine Frauensache“, betonte Weber-Hintzen eindrücklich.

Keine reine Frauensache

Einer der das genauso sieht ist Timon Brombach. „Bereits mit vier Jahren tanzte ich sehr gerne. Eine Arbeitskollegin meiner Mutter kannte Inge, und dann bin ich drei mal zur Probe vorbeigekommen“, erklärte Brombach. „Und da bin ich dann gleich hängen geblieben, ich tanze dort jetzt seit über zehn Jahren“, freute sich der 17-Jährige. Gemeinsam mit seiner Tanzgruppe, dem Tanztheater, war er zur Preisverleihung in das Schloss Morsbroich gekommen. Aber auch zahlreiche ehemalige Tanzschüler von Weber-Hintzen hatten den Weg in den Spiegelsaal gefunden, mit einigen steht sie noch heute in Kontakt. 

Musikalisch wurde die Preisverleihung von David Zernack am Saxophon untermalt. Inge Weber-Hintzen ließ es sich nicht nehmen und gab spontan eine Tanzeinlage gemeinsam mit ihrem Mann zur Freude aller begeistert mit klatschenden Gäste. „Also das hat es hier wirklich noch nie gegeben“, freute sich Roswitha Arnold, Vorsitzende des Fördervereins Kurt-Lorenz-Preis. Eine angenehme Veranstaltung fand bei Essen, Getränken und angeregten Gesprächen einen angemessenen Ausklang.

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