Die Verwaltung will testen, ob man die Aufgaben des Finanzbereichs auf andere Dezernate umverteilen kann.
PilotversuchStadt Leverkusen versucht, einen Dezernenten einzusparen

Alexander Lünenbach (l.) und Marc Adomat sind – abgesehen vom OB selbst – die beiden einzigen Deznernenten in Leverkusen, die derzeit im Dienst sind.
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Die Stadt Leverkusen will ihre Organisationsstruktur auf höchster Ebene anpassen. Auf der Tagesordnung der Ratssitzung am kommenden Montag, 23. Februar, steht eine Vorlage der Verwaltung, die vorsieht, „im Rahmen eines einjährigen Pilotbetriebs die Aufgabenbereiche des Dezernats II-Finanzen neu aufzustellen“.
Konkret heißt das, die Aufgaben und Fachbereiche des Finanzdezernats sollen ab dem 1. März für ein Jahr den Dezernaten I (Oberbürgermeister) und IV (Bildung, Jugend und Sport, geleitet von Stadtdirektor Marc Adomat) zugeordnet werden. Eine Auflösung des Finanzdezernats bedeutet das noch nicht, teilt die Verwaltung mit. Man wolle „bei zusätzlichen Vakanzen handlungsfähig bleiben“. Wenn das Testjahr vorbei ist, wollen sie „über einen möglichen Verzicht eines Dezernats“ entscheiden.
Derzeit sind gleich zwei Dezernenten in Leverkusen vom Dienst suspendiert: Kämmerer Michael Molitor und Baudezernentin Andrea Deppe. Molitor wird aller Voraussicht nach in der kommenden Ratssitzung abberufen. Nachdem das im alten Rat noch gescheitert war, deutet derzeit alles darauf hin, dass der Antrag dieses Mal durchgeht. Wie es bei Andrea Deppe aussieht, ist zumindest öffentlich nicht bekannt.
Derzeit gibt es fünf Dezernate: I (Oberbürgermeister), II (Finanzen), III (Bürger, Umwelt und Soziales), IV (Bildung, Jugend und Sport) sowie V (Planen und Bauen). Nach den Suspendierungen von Molitor und Deppe sind neben dem OB noch Alexander Lünenbach und Marc Adomat übrig. Eine Neustrukturierung, allein personell, ist also ohnehin unumgänglich. Die Idee, in diesem Prozess auf ein Dezernat zu verzichten, hatte auch schon die Leverkusener FDP eingebracht. Denn letztlich geht es auch um viel Geld. Ein Dezernent in einer Stadt der Größenordnung Leverkusens verdient im Schnitt rund 10.000 Euro brutto im Monat.

