Es ist ein ewiger Disput in Stadtteilen und Dörfern mit Durchgangsstraßen.
Tempo 30Leverkusener Verwaltung weist Geschwindigkeitsreduktion für Hitdorf zurück

Die Langenfelder Straße in Hitdorf.
Copyright: Ralf Krieger
Es ist ein ewiger Disput in Stadtteilen und Dörfern mit Durchgangsstraßen: Einwohner kennen die Verkehrsverhältnisse, wissen, wo Kinder nach der Schule über die Straße rennen oder wo Radfahrer gefährdet werden, und möchten Tempo 30 einrichten. Die Straßenverkehrsbehörden lehnen das aber meist ab, sodass der Eindruck entsteht, sie stünden einseitig auf Seiten der Autofahrer.
An der Rheindorfer Wupperstraße oder in Lützenkirchen waren die Bürger erst nach einem jahrelangen Kampf erfolgreich und haben eine Reduktion auf 30 erreicht.
Ein aktuelles Beispiel für einen solchen Konflikt wird jetzt erneut in der Sitzung der Bezirksvertretung I behandelt: Die Bezirksvertretung hatte 2025 sogar schon die Einrichtung von Tempo 30 auf der Langenfelder Straße in Hitdorf zwischen der Tankstelle Brinkschulte und der Stadtgrenze beschlossen; wegen der vielen Besucher des Hitdorfer Sees und weil dort ein Radweg die Straße quert. Schon der Beschluss war gegen den Willen der Stadtverwaltung gefasst worden, das konnte die offenbar nicht auf sich sitzen lassen.
Verwaltung Leverkusen ließ den beschluss aufheben
Die Verwaltung ließ den Beschluss jetzt aufheben, denn nach ihrer Meinung soll er gegen die Straßenverkehrsordnung (StVo) verstoßen: Demnach dürfen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h auf Hauptverkehrsstraßen nur aufgrund besonderer örtlicher Verhältnisse angeordnet werden oder wenn eine konkrete Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Verkehrsrisiko erheblich übersteigt.
„Eine solche Gefahrenlage konnte nicht festgestellt werden“, heißt es, die Einschätzung teile auch die Polizei. Es gebe keine Unfallhäufung und keine Hinweise auf geschwindigkeitsbedingte Unfälle. Man habe festgestellt, dass das Verkehrsaufkommen insgesamt gering sei und der Rad- und Fußverkehr in der Regel nur in untergeordnetem Umfang stattfinde. Eine Querungshilfe soll aber kommen.
Übersetzt heißt das: Eine Straße innerorts ist erst reif für Tempo 30, nachdem es dort hinreichend Verletzte gegeben hat. Die Initiative „Lebenswerte Städte“ von über 1000 Kommunen hatte 2024 gefordert, den Städten in der STVO mehr Freiheiten zu geben, Tempo 30 einzurichten, es kam aber nur ein Kompromiss heraus.
