Der Schauspieler war zum „Kulturtalk“ ins Forum gekommen.
Leverkusener SchauspielerWieso Jan-Gregor Kremp kein Schreiner geworden ist

Jan-Gregor Kremp und Arthur Horváth hatten sich zum Kulturtalk getroffen.
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Das Studio im Forum Leverkusen liegt im Habdunkel. Links auf der Bühne steht ein Flügel, in der Mitte steht ein Tisch mit Stuhl, auf dem Tisch ein Mikrofon. Rechts stehen zwei Sessel bereit. Das war's – Keine Kulisse, keine Dekoration.
Dann betreten der Leverkusener Schauspieler Jan-Gregor Kremp und Arthur Horváth, städtischer Kulturchef die Bühne. Die beiden hatten sich zum „Kulturtalk“ verabredet. Kremp, nicht nur Schauspieler, sondern auch und Musiker, begann seine Kariere beim Theater, ist heute den meisten aber wohl als Kommissar Richard Voss aus der Krimiserie „Der Alte“ bekannt. „Der Alte“ ist Jan-Gregor Kremp inzwischen nicht mehr. Heute arbeitet er eher an Musikprojekten. Geboren in Monheim, wo er aber lediglich ein paar Monate verbachte, zog er mit seinen Eltern und Geschwistern schon bald ins angrenzende Leverkusen. Horváth und er sind seit 15 Jahren Freunde.
Rund 120 Gäste wollten den „Kulturtalk“ der beiden sehen, bei dem es selbstverständlich nicht beim „Talk“, also beim Plaudern, blieb. Kremp begrüßte die Zuhörerinnen und Zuhörer gleich mit einer Einlage am Flügel. Musik macht der Schauspielern schon seit seiner Kindheit. „Unser Vater hat sich die Finger an der Orgel wundgespielt, damit wir Kinder alle ein Instrument spielen konnten“, erzählte er. Sein Vater war Musiklehrer, seine Mutter Schneiderin. Als 62er-Jahrgang wuchs Kremp als Nachkriegsgeneration auf.
Angenehme Atmosphäre
Der „Kulturtalk“wechselte vom Gespräch mit Horváth, über kurze Lesungen spezieller Anekdoten, die der Schauspieler zu Papier gebracht hatte, zu Musikeinlagen. Kremp (63) erzählte charmant, humorvoll und mit viel Einfühlungsvermögen aus seinem Leben. Sein Elternhaus war streng, aber gleichzeitig ermöglichten die Eltern den sechs Kindern vieles.
In der Schule war Kremp eher faul und es gab mehr als einen blauen Brief. Aber irgendwie schaffte er das Abitur doch. Der Weg zur Schauspielerei war lang und kurvenreich. „Ich ging zunächst zum Bund“, erzählte der Schauspieler, merkte aber schnell, dass das doch nichts für ihn war. Wie sein Bruder bereits vorher, brach er den Wehrdienst ab. Das brachte ihm das ein paar Wochen Gefängnis ein. Sein Vater riet ihm, sich der Schulmusik zuzuwenden, was er dann schließlich auch tat, aber auch das war nichts für ihn.
Erst dann wagte er den Schritt, das zu tun, was sein Traum war, nämlich Schauspieler werden. Sieben Schauspielschulen lehnten ihn ab, bis ihn das Mozarteum schließlich aufnahm. Aber auch nachdem der Ausbildungsplatz sicher war, gab es schwere Momente: Einer der Lehrer fragte ihn eines Tages, ob ich nicht lieber Schlosser lernen möchte. Das finge doch auch mit „Sch“ an. „So mit jungen Menschen zu sprechen, geht nicht“, sagte Kremp. Kremp zeigte auch seine philosophische Seite, wenn es um den Umgang mit dem Tod seiner Eltern und seines Bruders ging.
Bei den Zuschauern kam der Abend gut an: „Ich fand es faszinierend, dass man private Dinge so der Öffentlichkeit erzählen kann, dass sie aber trotz alledem privat bleiben und so unterhaltsam erzählt wurde, dass man einen Hauch seines Lebens, seines Ichs erspüren konnte“, sagte Christa Thubauville.
